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Alphabet Milliardeninvestitionen in KI machen Google-Mutter zu schaffen

Rekordumsatz, Riesengewinn – und trotzdem sind die Aktien von Alphabet nach den verkündeten Halbjahreszahlen zwei Prozent weniger wert. Wirtschaftsredaktorin Nora Meuli erklärt, weshalb.

Nora Meuli

Wirtschaftsredaktorin Radio SRF

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Nora Meuli hat an der Universität Bern Volkswirtschaft und Soziologie studiert. Seit Mai 2022 arbeitet sie bei Radio SRF. Zuvor hat sie fünf Jahre an der Fachhochschule Nordwestschweiz zu Arbeitsmarkt und Alter geforscht.

Wie geht es Googles Mutterkonzern Alphabet?

Generell sehr gut. Alphabet hat die Erwartungen an der US-Börse beim Umsatz deutlich übertroffen. Der Konzern hat 120 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Ausgerechnet mit Werbung verdient Alphabet viel Geld: Dem Suchmaschinengeschäft, das wegen der Künstlichen Intelligenz massiv an Bedeutung zu verlieren drohte. Die Idee dahinter war, dass viele Menschen heute lieber mit einem Chatbot als auf Google suchen und so die Suchmaschine umgehen. So würde dann auch das Geschäft mit der Werbung rund um die Suchmaschine einbrechen.

Google hat sehr offensiv auf diese Befürchtungen reagiert, eine eigene KI entwickelt und diese in die eigenen Suchanfragen integriert. Diese Strategie scheint aufzugehen. Google dominiert das Suchmaschinen-Geschäft weiterhin. Zudem ist Alphabet auch in anderen Bereichen stark. So wachsen auch die Cloud-Dienstleistungen und auch die Videoplattform Youtube läuft sehr gut.

Aber die Investorinnen und Investoren sind nicht nur begeistert, warum?

Weil Alphabet gigantische Summen in Künstliche Intelligenz investiert und erneut angekündigt hat, noch mehr zu investieren. Bis zu 205 Milliarden US-Dollar will Alphabet in diesem Jahr investieren. Das ist doppelt so viel wie im letzten Jahr. In der Branche findet ein gigantisches KI-Wettrüsten statt. Die Silicon-Valley-Konzerne investieren Unsummen in Rechenzentren, deren Energieversorgung und in die Forschung und Entwicklung. Das Ziel ist mit diesem Tempo die Konkurrenz – also zum Beispiel den Facebook-Konzern Meta, Amazon oder auch Apple – abzuhängen.

Ein Teil der Investorinnen und Investoren scheint aber besorgt, dass Alphabet zu viel ausgibt und möglicherweise die Schulden irgendwann nicht mehr stemmen kann. Denn erstmals seit dem Börsengang übersteigen die Ausgaben des Konzerns die Mittelzuflüsse. Der freie Cashflow ist damit negativ. Das ändert zwar nichts daran, dass es dem Unternehmen grundsätzlich sehr gut läuft. Aber auch für den Giganten könnten die Ausgaben irgendwann zu viel werden.

Diskussionen um ein KI-Blasenrisiko

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An den Finanzmärkten läuft derzeit eine gewaltige Wette auf Künstliche Intelligenz (KI). Fast alle Investoren gehen davon aus, dass KI die nächste grosse Revolution auslöst. Doch es gibt berechtigte Zweifel daran, ob sich diese Erwartungen auch tatsächlich erfüllen.

Das Problem dabei: Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta, Oracle, Microsoft und Nvidia investieren nicht nur rekordhohe Summen, sie gehen dabei auch grosse Risiken ein, weil sie die Investitionen nicht nur mit eigenem, sondern vor allem auch mit geliehenem Geld finanzieren. Diesen Schuldenberg abzutragen, könnte Jahre dauern.

Die grosse Frage ist, wie viel die Unternehmen dereinst mit Künstlicher Intelligenz verdienen werden. Falls die Hoffnungen überhöht sein werden, werden sie die Schulden nicht mehr bedienen können, und dann dürften die Korrekturen an der Börse deutlich sein. Ob dies so ist oder nicht, lässt sich derzeit aber nur sehr schwer abschätzen.

Lesen Sie dazu auch: Wie viel KI-Euphorie verträgt die Börse? – News – SRF

Trotz der hohen Investitionen macht Alphabet sehr viel Gewinn. Wie ist das möglich?

Alphabet hat in diesem zweiten Quartal über 112 Milliarden Dollar Gewinn gemacht, im ersten waren es bereits rund 63 Milliarden Dollar. Der grösste Teil davon stammt allerdings aus Beteiligungen, zum Beispiel an Elon Musks SpaceX, das in diesem ersten Halbjahr an die Börse gegangen ist, und KI-Konzern Anthropic. Das sind Wertpapiere, die an Wert gewinnen. Das ist also kein frisches Geld, das reinkommt. Aber auch das Unternehmen selber bleibt hochprofitabel und konnte den Gewinn in den letzten Jahren stetig steigern. Solange Alphabet zu neuem Geld kommt – also Geld leihen oder Aktien verkaufen kann – kann es auch weiter investieren und im Wettlauf der Künstlichen Intelligenz mitziehen.

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SRF4 News, 23.07.2026, 06:45 Uhr

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