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Arbeitsmarkt Schweiz 300'000 neue Stellen – Jobwunder nach Corona verblasst langsam

Nach dem Schock der Pandemie hat sich die Schweizer Wirtschaft rasch erholt. Allerdings verliert das Jobwunder an Glanz.

Fazit zu fünf Jahren: Das Bundesamt für Statistik hat die Entwicklung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt in der Zeit vom 4. Quartal 2020 bis zum 4. Quartal 2025 untersucht. Das Fazit ist positiv: Es gibt in der Schweiz mehr Arbeit. Gleich zwei unterschiedliche Statistiken zeigen, dass innerhalb von fünf Jahren rund 300'000 neue Stellen geschaffen worden sind. In der Schweiz arbeiten so viele Menschen wie nie zuvor.

Mehr als fünf Millionen Beschäftigte: Laut Erwerbstätigenstatistik des Bundes stieg die Zahl der Erwerbstätigen auf 5.4 Millionen, eine Zunahme von gut 5 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Diese Statistik stützt sich auf eine Befragung in der Bevölkerung. Eine weitere Erhebung, die Beschäftigungsstatistik, ergab sogar eine Zunahme der Beschäftigtenzahl um 7.5 Prozent auf 5.5 Millionen Erwerbstätige. Diese Methode basiert auf Umfragen bei den Firmen.

Person in blauer Kleidung arbeitet an einer Maschine in einer Fabrikumgebung.
Legende: Zumindest nach der Pandemie gab es in der Industrie viel Arbeit. Inzwischen hat sich das etwas relativiert. Keystone / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Wachstum verlangsamt: Beide Statistiken zur Beschäftigung zeigen eine Zunahme, wobei sich das Wachstum innerhalb der fünf Jahre verlangsamt hat. Das heisst: Der Arbeitsmarkt hat an Dynamik verloren, es werden weniger neue Arbeitsplätze geschaffen als noch in der Zeit unmittelbar nach der Pandemie. Das zeigt sich auch bei den offenen Stellen. 2022 gab es in der Schweiz 123'000 offene Stellen, Ende 2025 waren es nur noch 86'000 – tendenziell weiter sinkend.

Person wickelt Verband um Fuss einer anderen Person.
Legende: Im Gesundheitswesen braucht es besonders viel Personal. Keystone / Gaetan Bally

Ausländische Erwerbstätige: In der Zeit nach der Pandemie wurden aus verschiedenen Gründen neue Jobs geschaffen: Zum einen der Nachholeffekt, die Wirtschaft hat sich nach dem Stillstand erholt, zum anderen gab es viele Pensionierungen aus der Generation der Babyboomer und zudem braucht es zusätzliches Personal, zum Beispiel im Gesundheits- und Sozialwesen, bei der öffentlichen Hand und in den Schulen. Viele Arbeitgeber holen sich die Leute aus dem Ausland. Laut Bundesamt für Statistik erhöhte sich die Zahl der ausländischen Erwerbspersonen innerhalb von fünf Jahren um 15 Prozent auf zwei Millionen. In der gleichen Zeitspanne nahm die Zahl der schweizerischen Erwerbspersonen um 0.4 Prozent zu – auf 3.6 Millionen.

Zuwanderung und Einbürgerung

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«Die Zunahme der ausländischen Arbeitskräfte ist das Ergebnis einer starken Zuwanderung», schreibt das Bundesamt für Statistik BFS. Ohne Einbürgerungen wäre der Effekt sogar noch grösser. «Im Zeitraum 2020 bis 2024 erwarben rund 120'000 ausländische Erwerbspersonen das Schweizer Bürgerrecht. Ohne diese Einbürgerungen hätte die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte von 2020 bis 2025 um 21.8 Prozent zugelegt, während die Zahl der schweizerischen Erwerbspersonen zurückgegangen wäre (–2.9 Prozent)», so das BFS.

Im 4. Quartal 2025 waren 35.8 Prozent der Erwerbsbevölkerung ausländische Personen, verglichen mit 32.8 Prozent fünf Jahre zuvor.

Löhne steigen: Vom robusten Arbeitsmarkt der vergangenen Jahre profitieren auch die Arbeitnehmenden – zumindest ein bisschen. 2025 sind die Reallöhne in der Schweiz um 1.6 Prozent gestiegen, es ist die grösste Lohnerhöhung seit 2009, wie das Bundesamt für Statistik schreibt. Ausschlaggebend ist unter anderem, dass im vergangenen Jahr die Preise stabil geblieben sind, mit einer Teuerung von lediglich 0.2 Prozent. Den Arbeitnehmenden bleibt somit mehr Geld übrig, dank der zusätzlichen Zahlungen der Arbeitgeber.

Männer entdecken Teilzeit

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Traditionell ist die Teilzeit bei Frauen beliebter als bei Männern. Im vergangenen Jahr haben 58 Prozent der Frauen Teilzeit gearbeitet, bei den Männern liegt der Anteil bei nur 21 Prozent. Allerdings: Es gibt Bewegung. Teilzeitarbeit wird bei den Männern beliebter, sie hat innerhalb von fünf Jahren um 3 Prozentpunkte zugenommen. Kein riesiger Sprung, aber dennoch ein Trend, der sich fortgesetzt hat.

Laut BFS haben sich die Löhne zwischen Frauen und Männern etwas angeglichen, die Diskrepanz sei kleiner geworden. 2024 seien die Medianlöhne der Männer mit 8.4 Prozent höher gewesen als jene der Frauen, im Vergleich zu einer Differenz von 23.7 Prozent im Jahr 1994.

Arbeitsmarkt schwächt sich ab: Die jüngsten monatlichen Daten deuten darauf hin, dass der Arbeitsmarkt den Zenit überschritten hat. Im Mai waren auf den regionalen Arbeitsämtern 140'000 Personen als arbeitslos gemeldet, das sind fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Firmen kämpfen mit den Unsicherheiten auf der Welt. Mit der künstlichen Intelligenz verändert sich das Berufsbild in vielen Branchen, die Unternehmen sind in der Rekrutierung zurückhaltender. Das Jobwunder der vergangenen Jahre verliert an Glanz. Laut Daten der Universität Zürich hat sich auch der Fachkräftemangel etwas entschärft. Gefragt sind Fachkräfte im Gesundheits-, Bau- und Technikbereich, während die Nachfrage in Büro-, Informatik- und Finanzberufen rückläufig ist.

SRF4 News, 3.7.2026, 16:12; herb

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