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Batteriemonitor Schweiz 2026 Batterien-Boom bei Solaranlagen entlastet das Stromnetz

Eine kaum sichtbare Entwicklung: Installationen von Batterien für private Solaranlagen haben sich 2025 fast verdoppelt.

Es ist eine Entwicklung, die in der Öffentlichkeit kaum sichtbar ist, aber rasend schnell stattfindet: In der Schweiz installieren Unternehmen und private Haushalte grosse Mengen Batterien. Alleine in den vergangenen vier Jahren beträgt das Wachstum insgesamt 400 Prozent.

Und das Wachstum geht weiter, wie eine Studie von Swissolar, dem Verband der Schweizer Solarindustrie, zeigt. Der Batteriemonitor Schweiz 2026 ist die erste umfassende Studie über die Anzahl der Batterien in der Schweiz.

An sonnigen Tagen liefern Solaranlagen schon heute mehr Strom, als verbraucht wird. Genau hier kommt die Batterie ins Spiel, erklärt Matthias Egli, der Direktor von Swissolar: «Am Mittag wird mehr Strom produziert, als ich brauchen kann, auch wenn ich am Kochen bin. Das heisst: Zu dieser Zeit wird der Strom in der Batterie gespeichert.»

Dieser Strom kann dann abends, wenn die Sonne untergegangen ist, wiederverwendet werden – etwa fürs Kochen, um das Elektroauto zu laden oder um fernzusehen.

Heute ist es praktisch Standard, dass eine Solaranlage mit einer Batterie installiert wird.
Autor: Matthias Egli Direktor von Swissgrid

Solche Batterien haben typischerweise die Dimensionen von grösseren Kartonschachteln. «Im Zusammenhang mit Solaranlagen ist es heute praktisch Standard, dass eine Solaranlage mit einem Speicher – mit einer Batterie – installiert wird», sagt Matthias Egli.

Batterien entlasten das Stromnetz

Swissolar kommt nun in seiner Studie zum Schluss, dass in der Schweiz im vergangenen Jahr so viele Batterien installiert waren, dass theoretisch 1.5 Millionen Haushalte während zweier Stunden mit Strom versorgt werden könnten. Dieses Jahr kämen erneut viele Batterien hinzu, sodass es dann bereits für 2.5 Millionen Haushalte reichen werde.

Einer der Gründe für diese rasante Zunahme ist, dass Batterien laufend billiger werden und inzwischen auch für Privatpersonen erschwinglich sind. Damit können Haushalte mit einer Solaranlage noch mehr von ihrem eigenen Strom verwenden.

Serverraum mit Kabeln und Rohrleitungen.
Legende: Im Keller einer Migros-Filiale in Schlieren ZH steht ein Batteriespeicher mit 24 Modulen auf Salz-Nickel-Basis, der Solarstrom vom Dach sichert. KEYSTONE / Gaetan Bally

Es sei eine Entwicklung, die letztlich allen zugute komme, betont Matthias Egli von Swissolar. «Das hat einen sehr positiven Effekt auf die Netzbelastung. Wir können mehr Anlagen an das gleiche Netz anschliessen, ohne es teuer auszubauen.»

In den vergangenen Jahren sind zehntausende Solaranlagen ans Netz angeschlossen worden. Das hat auch für Kritik gesorgt, weil die Stromnetze stark ausgebaut werden müssten, um den vielen Solarstrom abzutransportieren. Batterien würden nun mithelfen, das Netz zu entlasten, und gleichzeitig auch dazu beitragen, dass die Kosten sinken, um das Netz zu stabilisieren, ergänzt Matthias Egli von Swissolar.

Kurzzeitspeicher in Zukunft wichtig

Mit dieser Einschätzung ist der Verband nicht alleine: Auch Swissgrid, die die Hochspannungsleitungen in der Schweiz betreibt, oder Energieversorger betrachten Batterien als wichtige Elemente im Stromnetz der Zukunft.

Im Winter brauchen wir weniger Wasserkraft.
Autor: Matthias Egli Direktor von Swissolar

Allerdings eignen sich Batterien im Gegensatz zu Stauseen nicht dazu, um Strom vom Sommer für die Wintermonate zu speichern – also dann, wenn die Schweiz selbst tendenziell zu wenig Strom produziert. Trotzdem würden sie auch im Winter zusehends wichtiger, meint Matthias Egli.

Die Batterien seien Kurzzeitspeicher, welche «enorm entlastend» für das Stromsystem seien – auch wenn es kälter werde. «Also auch im Winter brauchen wir weniger Wasserkraft», sagt Matthias Egli. Denn an sonnigen Tagen könne Solarenergie gespeichert werden, womit die Wasserreserven weniger beansprucht werden müssten.

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Lesen Sie hier die ganze Studie von Swissolar:

Echo der Zeit, 22.03.2026, 18:00 Uhr

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