Chef-Sessel als Schleudersitz: Siemens feuert Löscher

Das Mass ist voll: Nach dem Wirbel um die neueste Gewinnwarnung bei Siemens muss Konzernchef Peter Löscher seinen Hut nehmen. Sein Nachfolger ist noch nicht benannt.

Ein Mann breitet die Arme vor einem Siemens-Firmenschild aus Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seine Tage als Chef bei Siemens sind offenbar gezählt: Peter Löscher steht vor dem Aus. Keystone/Archiv

Nach einer Serie von Rückschlägen muss Siemens-Chef Löscher seinen Posten räumen. Der Aufsichtsrat des Elektrokonzerns werde kommenden Mittwoch über das vorzeitige Ausscheiden Löschers beschliessen, teilte das Unternehmen in München mit.

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Rauswurf kostet Millionen

Der Rauswurf von Peter Löscher wird Siemens über neun Millionen Euro kosten. Bei einvernehmlichem Ausscheiden erhält ein Vorstand zwei Jahresgrundgehälter mit Bonus. Hinzu kommen Pensionsgelder sowie anteilig der Bonus fürs laufende Jahr. Die Zahlungen fallen nur weg, wenn Löscher von sich aus kündigt oder er aus «wichtigem Grund» gefeuert wird.

Die Kontrolleure wollen bei dieser Sitzung auch «über die Ernennung eines Vorstandsmitglieds zum Vorstandsvorsitzenden beschliessen», hiess es. Als möglicher Nachfolger ist Finanzvorstand Joe Kaeser im Gespräch.

Löschers Ablösung hatte sich abgezeichnet, nachdem Siemens am Donnerstag die Börsen mit einer neuen Gewinnwarnung verschreckte. Das für 2014 angepeilte operative Gewinnziel von mindestens zwölf Prozent werde voraussichtlich nicht erreicht, hatte das Unternehmen erklärt. Es war bereits die zweite Gewinnwarnung innerhalb von nicht einmal drei Monaten.

Löscher hatte seit Amtsantritt 2007 mit Problemen wie der Konjunkturflaute, einer nachlassenden Wachstumsdynamik in Schwellenländern wie China sowie teuren, hausgemachten Projektpannen zu kämpfen. Dazu gehört die verspätete Lieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn.

5 Kommentare

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    • , Basel

      Montag, 29.07.2013, 08:26

      Wieso Chef-Sessel als Schleudersitz? Uns Arbeiter geht es doch genau so! Wollen wir unsere Meinung einbringen, heisst es: ich Boss, Du Sklave... wenns Dir nicht passt, kannst Du gehen. Es warten auf einen Schweizer hundert billigere Ausländer! Aber einen Unterschied gibt es: die entlassenen Chefs und CEOs haben trotzdem Millionen auf dem Konto, wir Arbeiter müssen hingegen aufs RAV oder Soz-Amt! Was wären Sie nun wohl lieber? Also ich wähle den Chef Posten!

    • , Nelspruit SA

      Sonntag, 28.07.2013, 11:37

      Ja wer zum falschen Zeitpunkt eine schlechte Erbschaft antritt hat Pech... immerhin, wie ueblich werden solche Abgaenge vergoldet, zu Konditionen, wo der Kleine (wie ich) nur traeumen kann, genug , mehr als genug bis ans Ende ein luxurioesen Lebens.. aber siehe, er wird bald weiter businessen, wird nie genug haben wollen..

      • , Drachenstein

        Sonntag, 28.07.2013, 13:05

        Löscher ist bereits seit 2007 Siemens-Chef, da kann man nicht mehr von einer schlechten Erbschaft reden, vor allem wenn man die aktuellen Pannenserien unter seiner Ägide sieht. Bis zum Ende seiner Vertragslaufzeit 2017 war wohl dem Siemens -Aufsichtsrat dieser Ausländer, der außer der deutschen Sprache deutsches Wesen nicht verinnerlicht hat, nicht mehr ganz geheuer. Die Abfindung (lt. Berechn."Handelsblatt") von 15,74 Mio € waren da dem Aufsichtsrat wohl das kleinere Übel.

      • , Zürich

        Sonntag, 28.07.2013, 22:11

        Nachdem 2009 bei einer Nacht -und Nebelaktion bei über 100 deutschen Siemens-Manager polizeiliche Hausdurchsuchungen in München wegen Bestechung und Betrug durchgeführt wurden. Wurden diverse deutsche Manger, welche offensichtlich das deutsche Wesen zu sehr verinnerlicht hatten, zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Mal schauen was nun jetzt nachkommt??

      • , Drachenstein

        Donnerstag, 01.08.2013, 19:49

        @Blaser: Im Gegensatz zur Schweiz die das internationaler Justiz und ausländischen Steuerbehörden überlässt, urteilen wir hier in Deutschland kriminelle Finanz- und Wirtschaftsverbrecher selbst im eigenen Land ab.