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Energiepreise in der Schweiz Nach Einigung mit Iran: Preise für Benzin und Heizöl sinken

Seit Monaten bestellen die Haushalte fast kein Heizöl mehr. Inzwischen ist der Preis gefallen. Kommt nun der Ansturm?

Aufatmen nach Einigung: Es ist das wichtigste Ereignis der Woche: Die USA und der Iran haben sich geeinigt, die Strasse von Hormus für den Schiffsverkehr zu öffnen. Dadurch können Öltanker und Schiffe mit Flüssiggas die Meerenge am Persischen Golf wieder durchqueren. Dies hat Folgen für die Energiepreise in der Schweiz. Den grössten Effekt gibt es beim Heizöl, das jeweils stärker von den Bewegungen auf den Weltmärkten abhängt.

Heizölpreis minus 30 Prozent: Anfang Jahr kosteten 100 Liter Heizöl in der Schweiz etwas mehr als 90 Franken. Danach folgte der Preisschock. Nach Beginn des Iran-Krieges Ende Februar kletterte der Preis auf über 160 Franken pro hundert Liter. Seit den Verhandlungen und der Einigung von dieser Woche ist der Preis nun wieder auf rund 110 Franken pro 100 Liter gefallen, also rund 30 Prozent weniger als beim Höchstwert Anfang April. Der Preis unterscheidet sich je nach Ort, Lieferant und Sorte.

Anteil Heizöl bei Energieversorgung

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Rund 37 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz wohnt in Häusern, die mit Heizöl geheizt werden. Die Preisentwicklung ist nicht nur für die Hauseigentümerinnen und -eigentümer relevant, sondern auch für die Mieterinnen und Mieter, welche die Kosten in der Nebenkostenabrechnung tragen. Je höher der Heizölpreis, desto höher die Heiznebenkosten. In den vergangenen Jahren ist der Anteil von erneuerbarer Energie wichtiger geworden, so zum Beispiel Wärmepumpen. Allerdings brauchen nach wie vor 61 Prozent der Bevölkerung fossile Energien – Heizöl und Gas.

Käuferstreik beim Heizöl: Nach dem Preisschock Anfang März sind bei den Händlern die Bestellungen regelrecht eingebrochen, so auch bei der Firma Heizoel24. Die bestellte Menge sei in den beiden Monaten April und Mai im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent geschrumpft, schreibt Heizoel24-Geschäftsführer Oliver Klapschus auf Anfrage. Viele Hauseigentümer hätten abgewartet und versucht, den Preisanstieg auszusitzen – eine Art Käuferstreik, wie Klapschus es nennt. Die Nachfrage habe sich inzwischen extrem aufgestaut. Nun zeichnet sich früher oder später ein Ansturm auf die Lieferanten ab.

Erste Belebung: «Seit rund einer Woche sind die Preise so niedrig, dass wir eine deutliche Marktbelebung sehen», so Oliver Klapschus. Obwohl der Preis nun wieder tief sei, würden etliche Haushalte weiter auf sinkende Preise spekulieren. «Das könnte nach hinten losgehen», so der Experte, denn das Potenzial für weitere Senkungen sei begrenzt. Wenn eine grosse Welle von Bestellungen einsetze, dann könne es zu Lieferengpässen kommen, weil die Lieferkapazitäten der Händler begrenzt seien.

Tankstelle mit Zapfsäulen und Preisanzeige neben einem Gebäude.
Legende: Eine Tankstelle mit einem Benzinpreis von mehr als 2 Franken pro Liter im April, im Raum Zürich. Manuel Rentsch

Benzinpreis sinkt leicht: Der Krieg im Nahen Osten hat das Benzin in der Schweiz vorübergehend verteuert. Im Mai ist der Preis für einen Liter Bleifrei 95 im Durchschnitt auf über 1.90 gestiegen, seither ist er um rund sechs Prozent gefallen, auf aktuell 1.82 Franken pro Liter, wie die wöchentlichen Daten des TCS zeigen. «Die Öffnung der Strasse von Hormus hat zu einer Entspannung geführt, schreibt Erich Schwizer, Energieexperte vom TCS, auf Anfrage. «Schon am Mittwoch haben die Tankstellen erneut mit Preissenkungen begonnen. Weitere werden nachziehen», so Schwizer. Die regionalen Unterschiede seien nach wie vor gross. Auch nach der jüngsten Senkung liegt der Benzinpreis immer noch gut 10 Prozent über dem Stand von Anfang Jahr.

Faktoren für Benzinpreis: Der Preis vom Benzin hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen vom globalen Ölpreis, zum anderen von den Steuern, dem Dollar und dem Transport. Ein grosser Teil des Benzins wird über den Rhein per Schiff in die Schweiz transportiert. Mit der Hitze sinkt nun der Wasserstand, die Schiffe können weniger laden, der Transport wird teurer und das wird auf den Benzinpreis überwälzt. Dies dürfte weitere Preissenkungen von Benzin und Diesel nach der Einigung zwischen dem Iran und den USA dämpfen.

Rheintransport und der Benzinpreis

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Laut Erich Schwizer vom TCS sank der Pegel am Rhein am vergangenen Dienstag unter die Marke von 120 cm und es wird erwartet, dass er bis Sonntag auf 100 cm sinkt. «Pegelstände unter 120 cm gelten als Niedrigwasser, was zur Folge hat, dass die Treibstoff transportierenden Rheinschiffe nicht mehr voll beladen werden können», erklärt Schwizer. Allein innerhalb einer Woche ist der Tarif um knapp 13 Franken pro Tonne auf 46 Franken pro Tonne gestiegen. In einem trockenen Sommer kann der Tarif ohne Weiteres auf über 100 Franken pro Tonne steigen. Ein Preisanstieg um 14 Franken pro Tonne verteuert den Benzinpreis an der Zapfsäule um jeweils 1 Rappen pro Liter.

SRF 4 News, 19.06.2026, 16:06 Uhr

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