- Nestlé hat im ersten Halbjahr 2026 das organische Wachstum gesteigert und die Absatzmengen weiter erhöht.
- Währungseffekte, höhere Rohstoffpreise und Sondereffekte belasteten jedoch das Ergebnis.
- Gleichzeitig lagert der Konzern sein Mineralwasser- und Premiumgetränkegeschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Investor Platinum Equity aus.
Das organische Wachstum erreichte 3.6 Prozent, wie Nestlé mitteilte. Das reale interne Wachstum lag bei 1.5 Prozent, die Preise stiegen um 2.1 Prozent. Im zweiten Quartal beschleunigte sich das reale interne Wachstum auf 1.8 Prozent. Der Umsatz sank um 2.5 Prozent auf 43.1 Milliarden Franken. Ausschlaggebend waren Währungseffekte, die das Wachstum um 6.2 Prozent schmälerten.
Der bereinigte operative Gewinn ging um 2.8 Prozent auf 7.1 Milliarden Franken zurück. Die entsprechende Marge verringerte sich um 10 Basispunkte auf 16.4 Prozent. Nestlé führte dies auf höhere Kaffee- und Kakaopreise, den Rückruf von Säuglingsnahrung sowie Zölle zurück.
Der Reingewinn fiel um 31 Prozent auf 3.5 Milliarden Franken. Dazu trugen höhere Restrukturierungskosten sowie eine nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von 1.3 Milliarden Franken auf zum Verkauf bestimmte Geschäfte bei. Dazu gehört das Wasser- und Premiumgetränkegeschäft, das Nestlé in das neue Gemeinschaftsunternehmen einbringen will.
Die Halbjahreszahlen entsprachen insgesamt weitgehend den Erwartungen der Analystinnen und Analysten. Für das Gesamtjahr bestätigt Nestlé ein organisches Wachstum von 3 bis 4 Prozent, eine höhere bereinigte operative Marge als 2025 sowie einen freien Cashflow von mehr als 9 Milliarden Franken.
Wassergeschäft soll in Joint Venture übergehen
Nestlé führt das Wasser- und Premiumgetränkegeschäft seit Anfang 2025 als eigenständige Einheit. Die Sparte erzielte 2025 einen Umsatz von rund 3.5 Milliarden Franken und steuerte knapp 4 Prozent zum Konzernumsatz bei. Gut 3.1 Milliarden Franken entfielen auf das Mineralwassergeschäft. Die bereinigte operative Marge lag mit 9.1 Prozent deutlich unter dem Konzernwert von 16.1 Prozent.
Nun bringt Nestlé die Sparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Platinum Equity ein, das nach eigenen Angaben Vermögenswerte von rund 48 Milliarden US-Dollar verwaltet. Beide Partner halten je 50 Prozent an der neuen Gesellschaft. Zu ihr gehören rund 120 Marken, darunter San Pellegrino, Perrier, Vittel, Acqua Panna, Henniez und Nestlé Pure Life.
Der Deal bewertet das Geschäft mit 4.5 Milliarden Franken. Nestlé fliessen daraus 2.8 Milliarden Franken zu. Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Halbjahr 2027 erwartet.
Mit dem Schritt richtet Nestlé sein Portfolio stärker auf margenstärkere Geschäftsfelder aus. Dazu gehören Kaffee, Tiernahrung, Nutrition sowie Kulinarikprodukte und Snacks. Vom nordamerikanischen Wassergeschäft hatte sich der Konzern bereits 2021 getrennt.
Verfahren in Frankreich belasten Sparte
Das Wassergeschäft geriet in den vergangenen Jahren auch wegen juristischer Verfahren unter Druck. In Frankreich räumte Nestlé ein, bei mehreren Mineralwassermarken unzulässige Filter- und Aufbereitungsverfahren eingesetzt zu haben. 2024 zahlte der Konzern 2 Millionen Euro, um nach Voruntersuchungen wegen mutmasslich illegaler Wassernutzung und Täuschung einen Strafprozess abzuwenden. Weitere Ermittlungen und Gerichtsverfahren dauern an. Zudem prüfen die Behörden, ob Perrier weiterhin als «natürliches Mineralwasser» verkauft werden darf.