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Fahrrad- und Trotti-Vermieter Mit dem Trottinett an die Börse – kann das gut gehen?

Branchenführer Lime steckt tief in den roten Zahlen. Nun holt sich das Unternehmen das Geld an der Börse. Ein Signal?

Das ist Lime: Lime ist ein Vermittler und Vermieter von E-Scootern (E-Trottinett) und E-Bikes. Das Unternehmen ist der weltweit grösste Anbieter und ist auch in der Schweiz in mehreren Städten präsent, so zum Beispiel in Zürich, Basel, Winterthur und Zug. Seit der Firmengründung vor neun Jahren verzeichnet das Unternehmen mehr als 250 Millionen Fahrten mit einem seiner Fahrzeuge. Hauptsitz der Firma ist in den USA in Kalifornien. Im Kontext des Börsengangs hat das Unternehmen erstmals die Geschäftszahlen in einem Bericht detailliert ausgewiesen und die Verluste offengelegt.

Verluste seit Gründung: In den drei vergangenen Jahren zusammengerechnet hat Lime einen Verlust von 215 Millionen Dollar gemacht. «Wir haben seit unserer Gründung in jedem Jahr Nettoverluste verzeichnet, und es ist möglich, dass wir in Zukunft keine Rentabilität erreichen oder aufrechterhalten können», schreibt das Unternehmen im offiziellen Börsenprospekt zu den Risiken des Unternehmens.

Der Börsengang: Trotz roter Zahlen hat Lime diese Woche den Gang an die Börse vollzogen, unter dem Firmennamen Neutron Holdings. Der Start war verhalten, am ersten Handelstag konnte die Aktie um vier Prozent zulegen. Mit den Einnahmen aus dem Börsengang plant das Unternehmen, Schulden abzubauen. Lime hat Verbindlichkeiten und Schulden von mehr als 800 Millionen Dollar angehäuft und steht somit unter Druck.

Wetten auf Wachstum: Dass Lime trotz hoher Schulden und Verluste an der Börse neue Investoren findet, lässt sich damit erklären, dass die Investorinnen und Anleger auf ein weiterhin starkes Wachstum wetten. Lime hat seine Präsenz auf der Welt stark ausgebaut, in mehr als 200 Städten. Dies soll in Zukunft Geld bringen. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 887 Millionen Dollar gemacht, das sind 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei profitiert der Anbieter auch von einer engen Partnerschaft mit dem Autofahrdienstvermittler Uber, der das Geschäft unterstützt und einen Anteil von 20 Prozent am Unternehmen hält.

Schweizer Markt

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In der Schweiz gibt es in der Mikromobilität eine ganze Reihe von Anbietern, die Kleinfahrzeuge vermieten. Bei den stationsunabhängigen elektrischen Scootern und Fahrrädern sind es Firmen wie Lime, Bolt, Voi sowie Pickebike, Dott und Bird. Diese Firmen verfügen über 8700 geteilte E-Scooter sowie 3300 geteilte E-Bikes, wie der Branchenverband Chacomo schreibt.

Hinzu kommt ein weiterer Bereich: die stationsbasierten Fahrräder, also Velo mit fixen Standorten. Das sind Anbieter wie Publibike, Donkey Republic und Allride von Amag. Dies sind 11'800 geteilte Velos und E-Bikes. Alles in allem nimmt die Nutzung der geteilten Mobilität in der Schweiz weiter zu.

Im Gengensatz zu vielen anderen Anbietern ist Publibike ein rein schweizerisches Unternehmen und ist hierzulande im Veloverleih führend. Die Firma sei nahe einer schwarzen Null, sagt Firmenchef Markus Bacher gegenüber SRF. Die Kosten sind praktisch mit den Einnahmen gedeckt. Publibike unterscheidet sich von anderen Anbietern in Bezug auf das Geschäftsmodell. Der allergrösste Teil der Einnahmen stammt aus Leistungsvereinbarungen mit den Städten und der öffentlichen Hand. Das Unternehmen wird für das Angebot in der Region entschädigt, damit werden die Betriebskosten zumindest zum Teil gedeckt. Bei Publibike arbeiten 44 Personen, das Unternehmen hat 10’500 Fahrzeuge im Einsatz und kommt jährlich auf 3.6 Millionen Fahrten.

Bird insolvent: Lime ist erst der zweite Anbieter der Branche, der den Sprung an die Börse vollzogen hat. Zuvor war dies bereits Bird, vor fünf Jahren, an der Wall Street in New York. Das Abenteuer endete in einem Fiasko: Bird stürzte finanziell ab und musste Gläubigerschutz beantragen. Nach einer Sanierung wurde das Unternehmen von einer Auffanggesellschaft weitergeführt.

Weitere Börsengänge möglich: Um das Wachstum finanzieren zu können, ziehen auch weitere Anbieter einen Börsengang in Betracht. So zum Beispiel Bolt aus Tallinn, Estland. Das Unternehmen wurde 2013 gegründet, von einem damals 19-Jährigen. Bolt gilt als eines der erfolgreichsten Start-ups von Europa und bietet neben der Mikromobilität auch klassische Taxifahrten, Carsharing und Essenslieferungen. Dank dieser Diversifizierung ist das Unternehmen profitabel und macht einen Umsatz von 2.2 Milliarden Euro. Auch für Voi aus Schweden wäre ein Börsengang eine Option. Das Unternehmen wächst zwar auch rasant und verfügt über vier Millionen Nutzerinnen und Nutzer, wobei Voi unter dem Strich in den roten Zahlen steckt, mit einem Verlust von 12 Millionen Euro.

SRF4 News, 2.7.2026, 16.12 Uhr;liea

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