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Fifa-Einnahmen Die Fussball-Geldmaschine läuft rund

Unter Gianni Infantino nimmt die Fifa immer mehr Geld ein – auch dank neuer Turniere und zweifelhafter Sponsoren.

Was ist der Zweck des Weltfussballverbands (Fifa)? Laut ihren Statuten soll die Fifa den Fussball weltweit verbessern und verbreiten. Sie ist für die Regulierung und Beaufsichtigung der Sportart zuständig und soll Integrität, Ethik und Fairness des Spiels fördern. Auch soll sie eigene Turniere ausrichten. Für all diese Zwecke braucht der Verband Geld.

Wie erzielt die Fifa Einnahmen? Geld verdient die Fifa vor allem mit der Vermarktung von grossen Fussballturnieren, allen voran der Weltmeisterschaft der Männer. Das meiste Geld bringen dabei typischerweise die TV-Rechte, wichtig sind aber auch die Einnahmen aus Sponsoring, Lizenzierung und Ticketverkäufen. Die Fifa gibt an, dass ein Grossteil des Geldes wieder zurück zu den Mitgliedsverbänden fliesse – über Entwicklungs- und Förderprogramme sowie über Turnier-Preisgelder. Mit diesem Geld soll wiederum der Fussball in den Nationalverbänden gefördert werden.

SRF-Podcastserie «König Gianni – die Infantino-Story»

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Abbild eines Mannes integriert in einen goldenen Pokal auf dunklem Hintergrund.
Legende: «König Gianni – die Infantino-Story» ist eine SRF-Podcastserie von News Plus Hintergründe. 

Der vierteilige SRF-Podcast «König Gianni – die Infantino-Story» erzählt, wie aus dem Einwandererkind im Wallis der mächtigste Mann des Weltfussballs wurde. Die Serie führt nach Brig, wo Infantino bei seiner Geburt beinahe ums Leben kam. Und ins Oval Office zu Donald Trump, wo deutlich wird, wie Infantino den Fussball mit Politik und globalen Machtinteressen verknüpft. 

«König Gianni – die Infantino-Story» erscheint unter srf.ch/audio, im Podcast-Feed von News Plus Hintergründe sowie auf den gängigen Podcastplattformen. 

Wie haben sich die Einnahmen verändert? Die Fifa rechnet in Vierjahreszyklen, für die sie jeweils zu Beginn ein Budget erstellt und die typischerweise mit einer Männer-Weltmeisterschaft enden. Grundsätzlich gilt: Die Verbreitung des Sportfernsehens hat das Geschäftsmodell von Sportdachverbänden wie der Fifa revolutioniert. Dank der Vermarktung der TV-Rechte lässt sich mit Sportereignissen deutlich mehr Geld verdienen. So sind die Umsätze der Fifa pro Vierjahreszyklus kontinuierlich gestiegen: von gut zwei Milliarden Dollar um die Jahrtausendwende auf voraussichtlich 13 Milliarden Dollar Ende dieses Jahres. Damit dürfte die Fifa im laufenden Zyklus den grössten Umsatzsprung erreichen.

Was hat Präsident Gianni Infantino verändert? Seit seinem Amtsantritt 2016 hat Infantino erstens darauf hingearbeitet, die Zahl der Teams bei Weltmeisterschaften zu erhöhen. Seit 2023 messen sich bei den Frauen 32 statt vorher 24 Nationen, und in diesem Jahr werden es bei den Männern erstmals 48 statt 32 Teams sein. Damit vergrössern sich die Turniere sowie die Einnahmen aus TV-Rechten, Marketing und Tickets. Zweitens hat Infantino neue, für die Fifa lukrative Formate eingeführt, wie die Klub-WM, die in der jetzigen Form erstmals 2025 stattfand: ein Wettbewerb von 32 Fussballclubs, der alle vier Jahre stattfinden soll. Viele Ligen und Klubs kritisierten das neue Format, befürchteten Spieler-Überlastung oder eine Verwässerung des Sports. Doch die hohen Start- und Preisgelder brachten die Kritiker zum Schweigen. Drittens umgibt sich Infantino gerne mit zweifelhaften, aber finanzstarken Figuren wie etwa dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Saudische Unternehmen spielen als Sponsoren für die Fifa eine wichtige Rolle.

Wut über Ticketpreise

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Die hohen Ticketpreise bei der Männer-WM dieses Jahr in den USA, Kanada und Mexiko sorgen seit Monaten für Kritik. Nach Angaben von Fanorganisationen und Verbraucherschützern seien sie deutlich höher und unvorhersehbarer als bei früheren Turnieren. Im März haben deshalb Football Supporters Europe (FSE) und Euroconsumers bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen die Fifa eingelegt. Demnach missbrauche die Fifa ihre Monopolstellung und setze exzessive Preise und undurchsichtige Kaufbedingungen durch. Die Kommission gab an, die Beschwerde zu prüfen. Die Fifa weist die Vorwürfe zurück: Die hohen Preise entstünden durch die starke Nachfrage.

Für weiteren Unmut sorgt, dass die Fifa über eine eigene Plattform sogar am Zweitmarkt mitverdient, wo mitunter Millionenpreise für Finaltickets verlangt werden.

Nun untersucht auch die US-Justiz die Fifa-Praktiken beim Ticketverkauf: Die Generalstaatsanwältinnen der US-Bundesstaaten New York und New Jersey haben Ende Mai eine entsprechende Untersuchung eröffnet. «Jüngste Medienberichte deuten darauf hin, dass öffentliche Aussagen der Fifa sowie der Ticketverkauf selbst zu einem starken Preisanstieg beigetragen haben könnten», so die Ermittlungsbehörden. Sie verlangen vom Weltfussballverband Informationen zum Kartenverkauf. Laut den Ermittlerinnen erhielten einige Fans ausserdem Plätze in einer tieferen Kategorie als ursprünglich ausgewählt und sitzen dadurch schlechter platziert als erwartet.

Wie viel Geld erhalten die einzelnen Mitgliedsverbände der Fifa? Infantino hat sein Versprechen aus dem Wahlkampf 2015/16 gehalten: Die Zuwendungen an die 211 Mitgliedsverbände sind seit 2016 stark gestiegen. Erhielten sie unter Sepp Blatters Führung noch eine Million US-Dollar pro Zyklus, haben sie aktuell Anspruch auf bis zu acht Millionen US-Dollar im Rahmen des «Fifa Forward»-Programms sowie auf weitere Zuwendungen. Diese Zahlungen wiederum sind ein wichtiger Faktor für Infantinos Machterhalt: So lange er die Mitgliedsverbände finanziell zufriedenstellt, dürfte er 2027 zum dritten Mal im Amt bestätigt werden. Danach greift eine Amtszeitbeschränkung.

Zwei Männer sitzen in Sesseln und unterhalten sich, umgeben von Pflanzen.
Legende: In mächtiger Gesellschaft: Fifa-Präsident Gianni Infantino Mohammed bin Salman in Riad. Saudi Press Agency/Handout via REUTERS

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SRF 4 News, 3.6.2026, 02:30 Uhr;weds

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