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Folgen des Iran-Kriegs Airlines kämpfen mit Problemen – Flugpassagiere auch

Mit dem Iran-Krieg sind die Erdölpreise massiv gestiegen. Das hat Folgen für die Airlines – und die Kundinnen.

Was ist das Hauptproblem? Mit dem steigenden Erdölpreis infolge des Iran-Kriegs wird Flugbenzin (Kerosin) massiv teurer. Ein Grund liegt darin, dass auf Kerosin in den meisten Ländern keine Steuer erhoben wird. Der Preis für das Flugbenzin ist also praktisch direkt an den Erdölpreis gekoppelt. Zudem wird gerade aus dem Erdöl in der Golfregion viel Kerosin hergestellt, das nun möglicherweise knapp wird. Und so haben sich die Kerosinpreise seit Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar praktisch verdoppelt.

Steigen jetzt die Ticketpreise? Die Treibstoffkosten machen typischerweise bis zu einem Viertel der Betriebskosten einer Fluggesellschaft aus. Wenn sich dieser Teil der Kosten nun verdoppelt, steigen auch die Betriebskosten entsprechend an. Ausserdem fallen wegen der immer wieder beschossenen Flughäfen am Golf viele Flüge aus, es müssen neue, längere Routen geflogen werden – die mehr Kerosin verbrauchen. Es steigen also die Kosten für eine Fluggesellschaft, die Einnahmen sinken. Erste Airlines haben deshalb bereits Kerosin-Zuschläge eingeführt. Die Swiss allerdings wartet da noch ab.

Flughafen mit Flugzeugheck und Gepäckwagen auf Vorfeld.
Legende: Der Iran-Krieg betrifft auch die Swiss – vor allem wegen der stark gestiegenen Kerosinpreise. Auf der anderen Seite scheint sie womöglich auch davon zu profitieren, dass die Flugdrehscheibe am Persischen Golf blockiert ist – etwa mit vermehrten Flügen aus der Schweiz nach Indien. Reuters/Denis Balibouse

Wie reagieren die Airlines auf den Krieg? Die Fluggesellschaften haben ihre Flüge in die Region des Nahen Ostens entweder massiv zurückgefahren oder ganz gestrichen. Die Flughäfen der Golfregion etwa werden praktisch nur noch von einheimischen Airlines angeflogen. Für Reisende von Bedeutung ist auch der Ausfall Dubais, Dohas oder Abu Dhabis als Flug-Drehscheibe zwischen Asien und Europa. Doch auch andere Länder werden derzeit nicht mehr angeflogen: Dazu gehören die iranische Hauptstadt Teheran, aber auch Riad (Saudi-Arabien), Beirut (Libanon) oder Tel Aviv (Israel).

Swiss baut beim Kabinenpersonal ab

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Flugbegleiterin, die Essen in einem Flugzeug serviert.
Legende: Keystone/Christian Beutler

Unabhängig von der Krise wegen des Iran-Kriegs und der dadurch schwierigen Lage für Swiss baut die Lufthansa-Tochter mehrere Hundert Stellen von Flugbegleiterinnen und -begleitern ab.

Deshalb hat Swiss ein Programm gestartet, das Abgangsentschädigungen von bis zu 15'000 Franken vorsieht. Kündigungen seien derzeit keine geplant, heisst es von der Airline.

Die Swiss begründet den Überhang an Flug-Begleitpersonal mit ausfallenden Flügen infolge Triebwerksproblemen bei elf Flugzeugen und zu wenig Piloten für ihre Airbus-Jets. Deshalb streicht die Swiss im Sommer mehr als 300 Flüge, was einen Überhang an Flugbegleiterinnen und -begleitern bedeute, so die Airline.

Was sind die Folgen für die Swiss? Die Schweizer Fluggesellschaft fliegt (und auch alle anderen Lufthansa-Töchter) Dubai bis mindestens 28. März nicht mehr an, Tel Aviv bis mindestens 9. April, Beirut bleibt vorerst ebenfalls bis 28. März tabu, Riad mindestens bis zum 5. April. Teheran bleibt bis mindestens Ende April als Destination der Swiss gestrichen. Da derzeit niemand weiss, wie lange die Krise andauert, werden die Daten je nach Entwicklung angepasst.

Profitieren Airlines auch vom Krieg? Weil das Flug-Drehkreuz am Golf praktisch ausfällt, müssen viele Flüge von Europa nach Asien neu organisiert werden. Die Flugbranche reagiert dabei wie immer sehr schnell: So bietet etwa die Swiss neuerdings und kurzfristig mehr Flüge nach Indien an, weil Airlines mit Basis am Persischen Golf – wie Etihad, Qatar oder Emirates – nur eingeschränkt fliegen können. Grundsätzlich ist Asien von Europa aus derzeit aber durchaus erreichbar – und zwar auf drei Flugrouten: via Türkei-Aserbaidschan, über Saudi-Arabien oder via den Nordpol und dann westwärts.

Link zum Thema:

Was bedeutet das alles für die Kunden? Derzeit herrscht viel Ungewissheit beim Buchen von Ferien in der Golfregion. Doch auch Flüge über das Drehkreuz am Golf – etwa nach Australien, Asien oder Japan – sind von grosser Unsicherheit betroffen. Für bereits gebuchte Flüge gilt: Geld zurück, falls das Schweizer Aussendepartement für das Zielland eine Reisewarnung erlassen hat. Unklar ist die Lage dagegen bei reinen Transitpassgieren, für jene, die also etwa in Doha bloss umsteigen. Für noch nicht gebuchte Reisen im Sommer oder Herbst empfehlen Reise-Experten: Abwarten und Lage beobachten.

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Tagesschau, 13.03.2026, 19:30 Uhr ; 

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