Judith Williams verkauft Produkte mit dem Versprechen, dass Menschen sich damit besser fühlen. Dieses Geschäft betreibt die Kosmetikunternehmerin mit Erfolg. Dennoch ist sie überzeugt: «Gesundheit kommt von innen, die mentale wie auch die körperliche Gesundheit.» Schönheit ist für sie eng mit Gesundheit verbunden.
Kann man sich also gesunde Schönheit in einem Tiegel oder einer Tube kaufen? Judith Williams schüttelt den Kopf: «Probleme lassen sich nicht einfach mit einer Crème lösen.» Die ehemalige Sängerin und Start-up-Investorin denkt ganzheitlich. Grundsätzlich gehe es sehr stark um das Selbstwertgefühl. «Es geht um die Fähigkeit, sich liebevoll zu betrachten und trotzdem zu sehen »Wo sind die Chancen, mich weiterzuentwickeln? Was gibt es noch in mir?». Sich wertschätzen heisst das Zauberwort.» Was das perfekte Leben ausmache, sei allerdings ganz unterschiedlich, eine Crème oder ein Konzert, eine Alpweide oder ein Städtetrip.
Haut ist wichtigste Indikatorin
Zentral für die Kosmetikunternehmerin ist die Haut, das grösste Organ des Menschen. Schliesslich werden Crèmen und Co auf die Haut aufgetragen.
Das Interesse von Judith Williams liegt auf dem Mikrobiom. Die unzähligen Mikroorganismen wie Bakterien, Viren oder Pilze bilden eine Art Schutzschicht auf der Haut. Kosmetik müsse dieses Mikrobiom bestmöglich unterstützen und auf keinen Fall bekämpfen. «Dieses Mikrobiom ist bei jedem Menschen unterschiedlich, und es bestimmt unter anderem auch unseren individuellen Duft.»
Die persönliche Gesundheit und Schönheit generell und das Mikrobiom im Speziellen wird auch durch die Ernährung beeinflusst. «Du bist, was du isst», sagt Judith Williams am Rande der Food Innovation Conference des Gottlieb-Duttweiler-Instituts in Rüschlikon. «Wenn ich nur minderwertige Lebensmittel zu mir nehme, fühle ich mich anders. Man spürt es, bevor wir es auf der Haut sehen.»
Wenn ich nur minderwertige Lebensmittel zu mir nehme, fühle ich mich anders. Man spürt es, bevor wir es auf der Haut sehen.
Dieses ganzheitliche Denken prägt auch ihre Unternehmensphilosophie. «Ein Kosmetikprodukt verkaufe ich einmal», rechnet die erfolgreiche ehemalige TV-Shopping-Queen vor. Wenn man aber eine Community bilde, in welcher die Kundinnen ihre Bedürfnisse diskutieren könnten, gebe das ihren Klientinnen einen Mehrwert – und bindet sie gleichzeitig ans Unternehmen.
Kosmetik fürs Unterbewusstsein
Die Kosmetikunternehmerin und Investorin Judith Williams ist überzeugt: Die Kosmetik wird sich ganzheitlicher entwickeln. Zum Beispiel werde Kosmetik stärker mit Nahrungsergänzungsmitteln verknüpft. «Da werden wir sicherlich in der nächsten Zeit nicht nur Start-ups, sondern auch bestehende Kosmetikmarken sehen, die auf diese Kombination setzen.»
Gleichzeitig werde Kosmetik auch die Psyche beeinflussen. «Kosmetik wird stärker in unser Unterbewusstsein eingehen, den es hat mit Berührung seiner selbst zu tun hat, mit der eigenen Wahrnehmung. Düfte beeinflussen ebenfalls unser Unterbewusstsein – positiv wie negativ.»
Schönheit und Gesundheit ist eine ganzheitliche Sache – und für die Branche ein attraktives Geschäft, das viel Innovationspotenzial hat. Zentral für die Unternehmerin Judith Williams ist aber das persönliche Mindset: «Freude am Leben zu haben und nicht nach Perfektion zu streben, ist ganz wichtig.»