- Im Euroraum bleiben die Leitzinsen trotz anhaltender Inflationsgefahren vorerst unverändert.
- Nachdem die EZB im Juni erstmals seit fast drei Jahren die Zinsen angehoben hatte, bleiben diese nun bei 2.25 Prozent.
- Die Finanzmärkte erwarten, dass die EZB wohl bald eine erneute Erhöhung folgen lassen wird.
Nach der Zinsanhebung im Juni entschieden sich die Euro-Währungshüter nun für eine geldpolitische Pause. Eine weitere Anhebung könnte es im September geben, wenn der Notenbank neue Prognosen zu Inflation und Konjunktur vorliegen. Aktuell treibt der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise wieder in die Höhe: Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent bewegt sich in Richtung von 100 US-Dollar.
«Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen», teilte die Zentralbank nach der Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt mit.
Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hatte die Teuerung in den vergangenen Monaten kräftig nach oben getrieben. Im Juni schwächte sich der Preisauftrieb ab, die Verbraucherpreise im Euroraum lagen um 2.8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats nach 3.2 Prozent Inflation im Mai. In Europas grösster Volkswirtschaft Deutschland dämpfte der Tankrabatt den Preisauftrieb im Juni, die Inflationsrate schwächte sich auf 2.3 Prozent ab.
EZB sieht Preisstabilität gewährt
Die EZB sieht Preisstabilität mittelfristig bei zwei Prozent Inflation im Euroraum gewahrt. Mit höheren Zinsen kann sie die Inflation dämpfen, weil dann Kredite teurer werden und die Nachfrage gebremst wird. Allerdings sind höhere Zinsen zugleich eine Belastung für alle, die investieren wollen.