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Gestiegene Inflation EZB erhöht den Leitzins erstmals seit 2023

  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins um 0.25 Prozentpunkte angehoben.
  • Der Leitzins steigt damit auf 2.25 Prozent.
  • Mit der ersten Zinserhöhung seit fast drei Jahren stemmt sich die EZB gegen den Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs.

Zuletzt hatte die Notenbank den Zins, den Geschäftsbanken für bei der EZB geparkte Gelder bekommen, siebenmal in Folge bei 2.0 Prozent belassen. Die letzte Zinserhöhung im Euroraum gab es im September 2023.

Person in orangefarbener Jacke spricht vor europäischer Flagge mit Mikrofon.
Legende: EZB-Präsidentin Christine Lagarde KEYSTONE/DPA/Boris Roessler

Höhere Zinsen verteuern Kredite für Konsumenten und Firmen, was die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen kann. Sparer profitieren, wenn Banken steigende Leitzinsen weiterreichen. Zugleich sind Zinserhöhungen eine Bürde für die ohnehin schwache Konjunktur. Die EZB steckt in der Zwickmühle: Hebt sie die Zinsen zu stark an, läuft sie Gefahr, die Wirtschaft abzuwürgen.

Bringt der Iran-Krieg den nächsten Preisschub?

Wichtigstes Ziel der Euro-Währungshüter ist es, die Inflation im Zaum zu halten. Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hat die Teuerung kräftig nach oben getrieben. Im Mai lagen die Konsumentenpreise im Euroraum um 3.2 Prozent über dem Niveau vom Vorjahresmonat. Damit ist die Zielmarke der EZB, mittelfristig die Preisstabilität bei 2 Prozent Inflation anzustreben, deutlich überschritten.

EZB nimmt gestiegene Inflation ernst

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Kurzeinschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart:

Die Zinserhöhung der EZB ist vor allem als «Absicherung» gedacht. Mit dem Mini-Zinsschritt will die EZB demonstrieren, dass sie die gestiegene Inflation ernst nimmt, die durch den Energieschock aufgrund des Iran-Kriegs angestossen wurde. Dies, nachdem viele Notenbanken nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs 2022 eher zu lange zuwarteten, bis sie auf die damals explodierende Inflation reagierten.

Ob die heutige Lage aber mit jener von 2022 verglichen werden kann, ist umstritten. Denn damals boomte die Wirtschaft. Nach der Covid-Krise war die Nachfrage nach allem hoch, Preise und auch Löhne stiegen. Der aktuelle Energieschock hingegen dämpft das Wachstum. Gerade Europa mit seiner starken Gasabhängigkeit vom Ausland schwächelt. Viele fürchten, dass höhere Zinsen die Wirtschaft zusätzlich bremsen.

Zinsen anzuheben, bringt dann etwas, wenn sich die Wirtschaft überhitzt. Der aktuelle Angebotsschock durch die Energiekrise belastet aber die europäische Wirtschaft. Abkühlung statt Überhitzung bei steigender Inflation: Da ist guter Rat teuer.

Ökonomen fürchten, dass sich mit dem Krieg im Nahen Osten nicht nur Tanken und Heizen verteuern, sondern die Preise insgesamt anziehen, da Firmen gestiegene Energie- und Transportkosten an Kunden weitergeben. Noch im Januar – vor Kriegsbeginn – hatte die Teuerung im Euroraum bei 1.7 Prozent gelegen. Die Sparzinsen sind zuletzt bereits geklettert, weil die EZB-Zinserhöhung erwartet wurde.

Weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr?

Einige Ökonomen erwarten, dass es nicht bei einer Zinserhöhung in diesem Jahr bleiben wird. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte wiederholt die Handlungsfähigkeit der Zentralbank betont. Nach Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 stand die Notenbank in der Kritik, den damaligen Preisanstieg in der Energiekrise lange unterschätzt zu haben. Die Inflation im Euroraum schnellte bis auf mehr als 10 Prozent hoch.

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SRF 4 News, 11.6.2026, 15 Uhr ; 

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