- Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat letztes Jahr relativ wenig am Devisenmarkt interveniert.
- Einzig im Anschluss an den «Liberation Day» von Donald Trump haben die Währungshüter in grösserem Stil Devisen gekauft.
- Insgesamt beliefen sich die Devisenkäufe auf 5.2 Milliarden Franken, wie es im Geschäftsbericht der SNB heisst.
In den ersten drei Quartalen 2025 intervenierte die SNB mit 5.2 Milliarden Franken – somit kamen im vierten Quartal keine oder nur unwesentliche Devisenkäufe dazu. Den exakten Betrag für das vierte Quartal gibt die SNB erst Ende März bekannt.
«Liberation Day» brachte Devisenhandel ins Rollen
Der Grossteil der Interventionen fand im zweiten Quartal mit knapp 5.1 Milliarden Franken statt. Im Zuge des «Liberation Day» von Donald Trump mit der Verkündigung von hohen Zöllen für viele Länder war der Dollar Anfang April stark unter Druck geraten.
Im Gegenzug stieg der Franken deutlich an. Deshalb tätigte die SNB Interventionen, um den Anstieg des Frankenkurses zumindest zu dämpfen.
Zwischen Währungsdruck und politischem Risiko
Grundsätzlich sind Devisenkäufe für die Schweiz aus politischen Gründen heikel. Die USA brandmarken die Schweiz immer wieder als Währungsmanipulatorin, was im Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen über ein Zollabkommen zwischen der Schweiz und den USA unerwünscht ist.
Zuletzt kursierten Gerüchte über mögliche Interventionen, nachdem der Euro kurzzeitig unter 90 Rappen gefallen war. Bestätigt wurden sie jedoch nicht. Unmittelbar nach Beginn des Kriegs im Iran hatte die SNB allerdings klar verlauten lassen, dass ihre Bereitschaft für Interventionen am Devisenmarkt erhöht sei.
Zum Teil hohe Volumen in der Vergangenheit
Grosse Devisenkäufe oder -verkäufe sind neben der Zinspolitik ein zentrales Instrument der SNB zur Steuerung der Geldpolitik. Im ersten Corona-Jahr 2020 kaufte die SNB beispielsweise Devisen im Gegenwert von rund 110 Milliarden Franken.
Sie wollte damit den Anstieg des Frankenkurses bremsen und die Exportwirtschaft schützen. Im Jahr 2021 kamen dann noch einmal Devisenkäufe in Höhe von rund 21 Milliarden Franken dazu. Später wurde die SNB jedoch zur Devisenverkäuferin, um die Inflation zu bekämpfen und den Franken zu stärken.
2023 verkaufte sie in allen Quartalen zweistellige Milliardenbeträge, insgesamt 133 Milliarden Franken. Trotz dieser Verkäufe betrugen die Devisenreserven Ende Februar 2026 immer noch 710 Milliarden – ein Erbe der Eurokrise und des aufgehobenen Mindestkurses vor über 15 Jahren.