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Hohe Nachfrage vor Ostern Alle wollen Eier, aber die Produzenten kommen kaum nach

Wir essen pro Kopf 209 Eier im Jahr, so viele wie noch nie. Der wachsende Bedarf liesse sich ohne Importe nicht befriedigen.

Das zeigen die neusten Zahlen: Im Schnitt isst jeder Mensch in der Schweiz 209 Eier pro Jahr. Das sind so viele wie noch nie, wie Zahlen des Bundesamtes für Landwirtschaft zeigen. 209 tönt nach viel, ist es im Vergleich mit dem Ausland aber nicht. «Unsere Nachbarländer haben einen Pro-Kopf-Konsum von 230 bis 250 Eiern», sagt Daniel Würgler, Präsident der Schweizer Eierproduzenten, «Japan und Mexiko sind Spitzenreiter mit über 300.»

Es dauert mindestens drei bis sechs Jahre, bis ein neuer Stall steht.
Autor: Daniel Würgler Präsident Branchenverband der Eierproduzenten

Darum kommt die Schweiz nicht nach: Die grosse Herausforderung ist die Saisonalität. Die Nachfrage ist vor Weihnachten und jetzt vor Ostern besonders gross. Hühner können aber nicht auf Knopfdruck mehr produzieren. In der Schweiz gibt es 800 professionelle Eierproduzenten. Beliebig ausbauen können sie ihre Ställe nicht, mehr als 18'000 Legehennen pro Betrieb sind nicht zugelassen. Auf Biohöfen sind 4000 Legehennen pro Herde erlaubt. Und neue Ställe zu bauen, braucht Zeit und Bewilligungen. «Es geht mindestens drei bis sechs Jahre, bis ein neuer Stall steht», sagt Würgler.

Ohne Ausland geht es nicht: Von den 209 Eiern pro Person und Jahr sind 78 Eier importiert, also rund 40 Prozent. Der Import hilft, die grossen saisonalen Spitzen auszugleichen. Coop, Migros und Aldi geben an, dass sie zusätzliche Eier importieren, um leere Regale zu verhindern. Der Importanteil stieg in den vergangenen Jahren, er lag zwischen 2010 und 2020 aber auch schon darüber.

Das macht den Import derzeit schwieriger: Wegen der Vogelgrippe mussten vergangenes Jahr in den USA Millionen Tiere getötet werden. In der Folge fragten US-Behörden vermehrt bei europäischen Bauern nach, ob diese mehr Eier exportieren könnten. Europa selbst wurde aber ebenfalls von der Vogelgrippe getroffen. Bei einem Ausbruch in einem Stall müssen alle Tiere getötet werden. Das schmälert das Angebot an Eiern. «Man redet nicht mehr über den Preis, sondern über die Verfügbarkeit», sagt Würgler. Bislang konnten die gewünschten Mengen aber noch gefunden werden.

Eier liegen parat
Legende: 40 Prozent Import Am meisten Eier importiert die Schweiz aus den Niederlanden, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Keystone / CHRISTIAN BEUTLER

Deshalb steigt der Preis trotz hoher Nachfrage nicht: Eierproduzenten und Vermarkter legen die Eier-Preise jeweils im Herbst fest. Dass Eier nicht automatisch teurer werden, wenn die Nachfrage steigt wie zurzeit, begrüsst Daniel Würgler. «Unsere Investition wird in 25 Jahren abgeschrieben, da brauchen wir Sicherheit und Stabilität.» Ständige Veränderungen wären ihm zufolge viel komplizierter. Geflügelfachfrau Sandra Gerber von der Hühnerfarm in Agasul ZH bestätigt: «Wir passen den Preis an, wenn das Futter oder die Legehennen teurer werden, sonst nicht.»

Tagesschau, 3.4.26, 19:30 Uhr ; 

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