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KI in der Tourismusbranche Hotel buchen über Chat GPT? Online-Plattformen droht der Abstieg

Die KI-Assistenten sind für die Hotels eine grosse Chance, gleichzeitig drohen neue Abhängigkeiten.

Die Tourismusbranche steckt mitten im Umbruch: Gäste buchen mit KI-Assistenten wie Chat GPT ganz anders ein Hotel als noch bis vor Kurzem, beobachtet Magdalena Glausen vom Verband Hotelleriesuisse: «Die Menschen suchen nach ihren Bedürfnissen und stellen Fragen. Es ist eine Konversation.» Daraus erstellt die KI ein massgeschneidertes Reiseprogramm.

KI als Fluch und Segen

Diese Entwicklung verändert vieles in der Hotelbranche, weil der Platz im digitalen Scheinwerferlicht noch kleiner wird. KI-Assistenten präsentieren in der Regel nicht einfach eine lange Liste mit Hotelvorschlägen wie bei den gängigen Buchungsplattformen, sondern treffen bereits eine Vorauswahl von drei bis fünf Unterkünften.

Wenn es ein Hotel aufgrund der Suchkriterien in diese Auswahl schafft, sei das eine grosse Chance, sagt Magdalena Glausen: «Allerdings muss man seine Hausaufgaben machen.» So müssten beispielsweise die Daten und Angaben auf der Webseite eines Hotels von der KI gelesen werden können. «Ansonsten hat man keine Chance, gefunden zu werden.» Diesbezüglich seien noch längst nicht alle Hotels optimal aufgestellt, ergänzt Glausen selbstkritisch.

Eine Frau mit schwarzen Haaren und in rosa Jacke steht in einem modernen Büro.
Legende: Künstliche Intelligenz ist für die Hotelbranche Chance und Herausforderung zugleich, so Monika Glausen von Hotelleriesuisse. Und zwar unabhängig davon, ob es eine internationale Hotelkette oder ein familiengeführtes Hotel ist. SRF / Matthias Heim

Hinzu kommt, dass nicht nur einzelne Hotels um Sichtbarkeit in der KI buhlen, sondern auch die bisherigen Platzhirsche: Das sind die grossen Buchungsplattformen wie booking.com oder expedia.com. Auch sie wollen von der KI gefunden werden.

Den Buchungsplattformen droht der Abstieg

Selbst die Plattformen spüren inzwischen, dass mit der KI eine neue Konkurrenz entstanden ist. Sie fürchten deshalb um ihr Geschäftsmodell, erklärt Jeff Hoffman: «Alle Online-Reiseplattformen sind sehr besorgt über die Entwicklung.» Jeff Hoffman war unter anderem am Aufbau der Buchungsplattform booking.com beteiligt, heute ist er als Unternehmensberater tätig. «Wenn ich meine Reise auf Chat GPT buchen kann, weshalb soll ich dann auf diese Plattformen zurückkommen?», so die rhetorische Frage von Hoffman anlässlich des Swiss Economic Forum gegenüber Radio SRF.

Aber auch der Branchenverband Hotelleriesuisse ist besorgt über die neue Konkurrenz durch KI. Nach der Abhängigkeit von den Buchungsplattformen drohe jetzt eine neue Abhängigkeit von den KI-Firmen: «Man ist diesen Techgiganten bis zu einem gewissen Grad ausgeliefert.» Selbst wenn KI für kleinere Hotels eine Chance sein könne, dürfe man nicht naiv sein: «Wir müssen wachsam sein, dass es nicht zu noch grösseren Abhängigkeiten kommt.»

Geld ist entscheidend für die Platzierung

Die Konturen der neuen KI-Welt sind im Moment noch etwas unscharf. Letztlich dürfte aber auch Geld eine entscheidende Rolle spielen, ob ein Hotel gefunden wird oder nicht. Da macht man sich in der Branche keine Illusionen: Bislang gäbe es zwar noch kein konkretes Kommissionsmodell, so wie das bei den Buchungsplattformen längst Standard sei. «Aber das kommt auf jeden Fall», ist Magdalena Glausen von Hotelleriesuisse überzeugt. Schliesslich wollen alle KI-Assistenten Geld verdienen. «Die Frage wird sein: Wie viel bezahlt das Hotel dann?»

Buchungsplattformen sind unverzichtbar

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Die Buchungsplattformen sind in den vergangenen 20 Jahren für die Hotellerie zu einem wichtigen Buchungskanal geworden. Heute verfügen diese Plattformen oft über eine sehr starke Marktposition.

Für die Hotels bedeutet es, dass sie dort präsent sein müssen, auch wenn der Auftritt seinen Preis habe. Gleichzeitig sei unbestritten, dass diese Portale auch viele Gäste brächten, so der Tenor in der Branche.

Die Befürchtung in der Hotelbranche ist nun, dass mit der KI eine neue Abhängigkeit entsteht: «Die Herausforderung wird sein, dass es nicht zu einem noch stärkeren Abhängigkeitsverhältnis kommt», sagt Magdalena Glausen.

Diese Forderung wird in der gesamten europäischen Hotelindustrie geteilt, wobei die Branche weiss, dass ein Verhältnis auf Augenhöhe mit diesen Konzernen schwierig zu erreichen ist.

Schon heute kann eine gute Sichtbarkeit auf einer gängigen Buchungsplattform zwischen zehn und dreissig Prozent des Zimmerpreises kosten. Doch in der Tendenz dürfte der exklusive Platz im Suchergebnis der KI noch teurer sein als ein Platz auf einer Hotelliste bei einer Buchungsplattform.

Rendez-vous, 7.7.2026, 12:30 Uhr

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