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Konjunkturzahlen Nach Delle wegen Zollschock wächst Wirtschaft wieder

  • Die Schweizer Wirtschaft ist im vierten Quartal real um 0.2 Prozent gewachsen.
  • Der Dienstleistungssektor wuchs dabei verhalten, während der Industriesektor stagnierte, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte.
  • Fürs ganze Jahr 2025 meldet das Seco ein Wirtschaftswachstum von 1.4 Prozent.

Die Schweizer Wirtschaft hat sich im Schlussquartal 2025 etwas von den Folgen des US-Zollhammers erholt. Das Wachstum von 0.2 Prozent liegt im Rahmen der Expertenschätzungen, die gemäss AWP-Umfrage in einer Bandbreite von +0.1 Prozent bis +0.4 Prozent lagen.

Tieferes Wachstum als im langjährigen Mittel

Im dritten Quartal 2025 war die hiesige Wirtschaft wegen der US-Zölle deutlich ins Minus gerutscht. Das BIP war um 0.5 Prozent rückläufig und damit deutlich schlechter ausgefallen als damals erwartet. Nun hat sich die Wirtschaft zumindest leicht erholt.

Definitive Daten Ende Februar

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Die aktuellen Daten des Seco basieren auf einer Schnellschätzung nach 45 Tagen. Noch unvollständig verfügbare Grunddaten werden dabei mit prognostizierten Werten ergänzt.

Die später verfügbaren vollständigen und aktualisierten Daten könnten das Ergebnis entsprechend noch etwas verändern. Die detaillierte erste Schätzung wird dann am 27. Februar publiziert.

Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich laut der ersten Seco-Schnellschätzung ein reales BIP-Wachstum von 1.4 Prozent nach 1.2 Prozent im Jahr 2024. Dies liegt deutlich unter dem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum der Schweiz, das laut Seco seit 1981 bei 1.8 Prozent lag.

Viele Unsicherheiten im letzten Jahr

Geprägt gewesen sei das Jahr 2025 von Unsicherheiten auf allen Ebenen, sagt Felicitas Kemeny, Leiterin des Ressorts Konjunktur beim Seco. «Es war eine Achterbahnfahrt: stark vorgezogene Exporte in die USA mit BIP-Wachstum im ersten Halbjahr, dann die Gegenbewegung, danach die Zollanpassungen und die allgemeine handelspolitische Unsicherheit.»

Für die nahe Zukunft kann man zuversichtlich sein.
Autor: Felicitas Kemeny Leiterin Ressort Konjunktur im Staatssekretariat für Wirtschaft

Immerhin zeige sich die Schweizer Wirtschaft krisenresistent: Die Binnenwirtschaft stabilisiere die wirtschaftliche Situation, die tiefe Inflationsrate stütze den privaten Konsum und der Dienstleistungssektor sei im letzten Jahr von Quartal zu Quartal gewachsen, so Kemeny.

Umschwenken auf neue Absatzmärkte

Trotzdem sei der Zollschock noch nicht wirklich überwunden: Zwar hätten viele Unternehmen schnell auf die Zölle reagiert und zum Teil Wege gefunden, sie zu umgehen. Aber die Wirtschafts- und Handelswelt hat sich verändert – die Zölle und die Unsicherheit bleiben.

Wenn sich Unternehmen jetzt langfristig anpassen und zum Beispiel in andere Regionen exportieren wollen, dann braucht das Zeit. Denn die Beziehungen etwa nach Indien müssen sie zuerst aufbauen.

Immerhin: Die Unternehmen blicken jetzt schon wieder optimistischer in die Zukunft als noch vor einem Jahr. Das zeigt eine Umfrage der ETH Zürich. Ebenso sieht das Felicitas Kemeny vom Seco: «Wir sehen an verschiedenen Indikatoren eine Stabilisierung. Für die nahe Zukunft kann man also zuversichtlich sein.»

Doch klar ist auch: die weltpolitischen Risiken bleiben nach wie vor bestehen.

SRF 4 News, 16.02.2026, 10 Uhr ; 

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