Umstrittener Onlinehandel: Es ist eine kontroverse Diskussion: Kritikerinnen und Kritiker monieren, der Onlinehandel führe zu einer Päckliflut, beschleunige das Lädelisterben und die Billigstware aus China müsse gestoppt werden. Andererseits schätzen Schweizerinnen und Schweizer den Komfort. Einkaufen per Mausklick hat sich etabliert, die Umsätze sind so hoch wie noch nie, auch wenn sich das Wachstum etwas abgeschwächt hat. 2025 ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gestiegen. Dies zeigt eine Analyse der Branchenorganisation Handelsverband.swiss mit dem Marktforschungsinstitut GfK und der Schweizerischen Post.
Zalando an der Spitze: Die grössten Anbieter der Branche sind allesamt spezialisierte Online-Marktplätze. Das sind Unternehmen, die sich vor allem auf das Geschäft im Internet fokussieren und selber kein Filialnetz führen. Die Dominanz dieser Plattformen nimmt laut Studienautoren zu. Grösster Onlinehändler der Schweiz ist Zalando.ch mit einem Umsatz von 1.7 Milliarden Franken, gefolgt von Galaxus und Digitec, die von der Migros kontrolliert werden. Die Vergleichszahlen der Marktforscher beziehen sich auf das Jahr 2024.
Temu auf Platz 6: Am umstrittensten im Onlinegeschäft sind die chinesischen Anbieter. Temu.com ist 2024 auf Platz sechs der grössten Onlineanbieter der Schweiz gelandet mit einem geschätzten Umsatz von 700 Millionen Franken. Shein wiederum hat 2024 einen Umsatz von 250 Millionen Franken erreicht und ist der achtgrösste Online-Marktplatz.
Rasantes Wachstum der chinesischen Anbieter: Temu ist erst seit drei Jahren offiziell in der Schweiz aktiv. Mit seiner Werbung auf den sozialen Medien ist der chinesische Anbieter omnipräsent und penetrant. Laut Schätzungen konnte Temu im vergangenen Jahr nochmals zulegen und hat die Umsatzmarke von einer Milliarde Franken pro Jahr bereits übertroffen und rückt somit in der Liste der grössten Anbieter weiter vor. Täglich sind es mehrere zehntausend Bestellungen. Shein wiederum hat vor gut fünf Jahren in der Schweiz Fuss gefasst. Laut Umfragen nutzen drei von vier jungen Menschen in der Schweiz Online-Shops wie Temu und Shein.
Vorwürfe an die asiatischen Online-Händler: «Die Kleinpakete aus Asien machen mit rund 20 Millionen Paketen pro Jahr immer noch den Löwenanteil der ausländischen Pakete aus», schreibt der Handelsverband.swiss zur neuen Marktanalyse. Die Branchenorganisation vertritt die Interessen von mehr als 400 Detailhandelsunternehmen, die sowohl stationäre Läden als auch Onlineshops führen. Der Verband kritisiert die chinesischen Anbieter. Diese würden sich nicht an die Regeln halten. «Dies beginnt bei der Verletzung der Produkthaftpflicht und des Produktsicherheitsgesetzes und reicht bis dahin, dass diese Plattformen keine vorgezogene Recyclinggebühren auf Elektronikartikel zahlen», so der Verband. Es gebe nun politische Vorstösse, um dies zu korrigieren.
Heimelektronik beliebt: Am beliebtesten bei den Konsumentinnen und Konsumenten sind im Onlinehandel elektronische Geräte wie Smartphones, Tablets, Computer und Zubehör. Im vergangenen Jahr erreichten diese Bestellungen einen Wert von 3.6 Milliarden Franken, ein Wachstum von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. An zweiter Stelle folgen Kleider und Schuhe und danach Gegenstände für die Wohnung oder das Haus. Nahrungsmittel kommen auf einen Marktanteil von 10 Prozent.