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Preiskampf um Schokolade Lindt-Schoggi um jeden Preis? Das gilt nicht überall

Kunden von Lindt & Sprüngli sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz preisempfindlicher als in Übersee.

Darum geht’s: Schweizerinnen und Schweizer essen jedes Jahr im Durchschnitt rund 11 kg Schokolade pro Kopf – das ist international ein Spitzenwert. In den letzten Jahren spielte allerdings der Kakaopreis verrückt: Er stieg unter anderem wegen Ernteausfällen sehr stark an – und mit ihm stiegen verzögert auch die Preise für Schokolade vieler Hersteller. Der Kakaopreis ist inzwischen wieder gesunken. Aber was ist mit dem Preis für Schokolade?

So sieht’s bei Lindt & Sprüngli aus: Einer der grössten Schweizer Schokoladenhersteller ist Lindt & Sprüngli. Dank seiner starken Marke konnte der Konzern in der Vergangenheit oft hohe Preise für seine Produkte verlangen, ohne dass die Verkäufe darunter gelitten hätten. Doch das ist aktuell nicht mehr überall der Fall: In Europa herrscht Preiskampf. Mit den sinkenden Kakaopreisen erwarten Konsumentinnen und Konsumenten auch wieder sinkende Schokoladenpreise. Weil Lindt & Sprüngli langsamer als die Konkurrenz Preise senkte, kauften Kundinnen und Kunden vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz weniger oder andere Schokolade – mit Folgen für Lindt & Sprüngli: In Europa ging der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 zurück.

Mehrere Stapel von lila Verpackungen mit Schokoladentafeln.
Legende: In Europa herrscht Preiskampf bei der Schokolade. Das merkt auch Lindt & Sprüngli. Reuters/Arnd Wiegmann

Das sagt Lindt & Sprüngli: Konzernchef Adalbert Lechner muss feststellen, dass seine Preispolitik nicht überall auf der Welt gleich gut geschluckt wird: «Wir haben in Nordamerika und im Rest der Welt gesehen, dass unsere Preiserhöhungen, die aufgrund der gestiegenen Kakaopreise notwendig waren, gut akzeptiert wurden. In Europa war das anders.» Gerade das so wichtige Ostergeschäft sei schlechter als erwartet verlaufen. Deshalb ergreife der Konzern jetzt Massnahmen: «Wir werden ganz gezielt bei den Produkten, wo wir Nachfragerückgänge gesehen haben, Preisanpassungen durchführen – speziell in den Ländern, wo wir den grössten Volumenrückgang gesehen haben.» Dazu gehöre neben Deutschland auch die Schweiz. War’s das also mit der Preissetzungsmacht von Lindt & Sprüngli?

Das sagt der Experte: Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy sagt mit Blick auf Preiserhöhungen und Preissenkungen bei Schokolade: «Es gibt wirklich eine Gratwanderung bei Konsumenten.» Während im deutschsprachigen Raum die Konsumentinnen und Konsumenten sensibel auf schwankende Schokoladenpreise reagiert haben, läuft’s in Nordamerika oder Asien anders: Da ist die Kundschaft noch immer bereit, für Premium-Schokolade wie jene von Lindt & Sprüngli tief in die Tasche zu greifen. Das Fazit des Branchenexperten: «Die Preissetzungskraft von Lindt & Sprüngli ist sehr stark. Die Konsumenten wollen coole, innovative Produkte wie zum Beispiel Dubai-Schokolade letztes Jahr.» Daran habe sich nichts geändert. Der Schokoladenkonzern selber ist überzeugt, die Gratwanderung zu meistern, verfolgt das Unternehmen doch weiterhin ehrgeizige Ziele: Es will Marktanteile gewinnen und wieder kräftig wachsen.

Darauf müssen sich Schokoladenliebhaber einstellen: Schokolade war früher günstiger. Und Firmenchef Adalbert Lechner warnt trotz der angekündigten Preissenkungen: «Grundsätzlich wird die Schokolade nicht mehr auf das Preisniveau zurückkehren, wo es mal vor fünf oder vor zehn Jahren war.» Das liege an den Kakaopreisen. Die sind noch immer deutlich höher als noch vor einigen Jahren.

Tagesschau, 21.07.2026, 19.30 Uhr

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