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Preisschwankungen beim Kakao Warum Schoggi-Osterhasen dieses Jahr deutlich teurer sind

Wer will, findet Osterhasen für über 300 Franken. Auch wer günstigere Hasen wählt, bezahlt dieses Jahr vielerorts mehr.

Darum gibt es weniger Hasen: 19.5 Millionen Hasen wurden dieses Jahr für Ostern in der Schweiz produziert. Das schätzt Chocosuisse, der Verband der Schweizer Schokoladefabrikanten. Vergangenes Jahr waren es noch 23 Millionen. Der Verband führt den Rückgang auf die stark gestiegenen Rohstoffpreise zurück. Zudem produzierten viele Hersteller nicht nur Hasen, sondern vermehrt auch Figuren wie Dinos und Einhörner.

Hier gibt es den günstigsten Osterhasen: Einen Osterhasen für unter einen Franken: Das gibt es, bei Lidl. Er ist mit 75 Gramm Gewicht allerdings klein – und eine von vielen Osterhasen-Aktionen des Discounters. Auch andere Detailhändler bieten bereits Aktionen an.

Hier gibt es den teuersten: Auf der anderen Seite der Preisskala findet sich der «Antik-Hase» der Zürcher Confiserie Honold. 363 Franken kostet er, mit 1.8 Kilogramm ist er deutlich schwerer. Er ist nur auf Bestellung erhältlich, und es steckt viel Handarbeit in ihm. So wird er zum Beispiel von Hand geschminkt. Der nur 80 Gramm schwere Hase «Stupsi» von Globus kostet ebenfalls beachtliche 17 Franken.

Osterhasen in der Produktion
Legende: 19.5 Millionen Hasen für die Schweiz: Dieses Jahr werden deutlich weniger Osterhasen produziert als vergangenes Jahr, damals waren es laut Chocosuisse 23 Millionen. Keystone / GAETAN BALLY

So werden Preise vergleichbar: Pro 100 Gramm kostet der Lidl-Hase 1.32 Franken, der Antik-Hase von Honold 20.15 Franken. Lidl bietet einzelne Aktions-Osterhasen an, die pro 100 Gramm gar weniger als einen Franken kosten. Coop und Migros haben Hasen im Regal, deren 100-Gramm-Preis knapp über einem Franken liegen. Deutlich teurer ist der Goldhase von Lindt: 5.95 Franken für 100 Gramm. Generell gilt: Je grösser der Hase, desto tiefer ist der Preis pro 100 Gramm.

Deshalb werden die Hasen teurer: Der Goldhase von Lindt kostet gut 20 Prozent mehr als vergangenes Jahr. «Die enorme Steigerung der Kakaopreise hat uns dazu gezwungen», sagt Adalbert Lechner, Konzernchef von Lindt & Sprüngli. Man habe über Effizienzprogramme möglichst viel abgefedert, es sei aber unumgänglich, einen Teil an die Konsumenten weiterzugeben. «Wir waren damit in guter Gesellschaft – in der gesamten Schokoladenindustrie.» Coop und Migros bestätigen auf Anfrage, einzelne Hasen dieses Jahr teurer zu verkaufen, teils um gut zehn Prozent. Lidl schreibt, über das gesamte Sortiment sei das Preisniveau auf demselben Niveau wie letztes Jahr. Aldi gibt an, die Preise des Ostersortiments insgesamt zu senken.

Frühestens 2027 wirken sich die tieferen Kakaopreise auf unsere Kalkulation aus.
Autor: Adalbert Lechner Konzernchef Lindt & Sprüngli

Zeigen sich die Senkungen der Kakaopreise? Auf rund 12'000 Dollar pro Tonne war der Kakaopreis vor gut einem Jahr gestiegen, unter anderem wegen extremer Ernteausfälle in Westafrika, Krankheiten und Spekulationen. Seither haben sich die Ernteprognosen verbessert, der Preis ist auf rund 3300 Dollar gesunken. Weshalb zeigt sich das nicht in den Osterhasen-Preisen? Vereinfacht gesagt: weil sie mit den Kakaopreisen aus dem letzten Jahr produziert wurden. Adalbert Lechner sagt, die Industrie decke sich längerfristig ein, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. In den Vereinbarungen mit den Handelspartnern würden die Preise für ein Jahr festgeschrieben. «Die Senkungen der Kakaopreise, die wir jetzt kürzlich gesehen haben, haben für 2026 keine Auswirkung. Frühestens 2027 wirken sie sich auf unsere Kalkulation aus.»

SRF Börse, 10.3.2026, 19.25 Uhr

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