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Problemzug wird stabiler Schluss mit Schütteln – SBB bauen den Dosto um

Er ist für seinen ruckelnden und zuckelnden Fahrstil bekannt. Nach dem Umbau soll er nicht mehr für Übelkeit bei den Reisenden sorgen. Eine Testfahrt.

Das Glas mit Orangensaft steht noch, trotz Schütteln. Von Bern nach Zofingen geht die Fahrt, einmal ohne und einmal mit umgebautem Dosto-Zug.

Weinglas mit Saft und Flasche auf Tisch.
Legende: Bei der ersten Fahrt etwas mehr geschüttelt als bei der zweiten: ein Glas Orangensaft. SRF

Eigentlich sollte bei dieser Testfahrt für Medienschaffende zum Vergleich dieselbe Strecke zweimal gefahren werden. Doch es kommt anders: Der Grund dafür ist eine technische Störung an der Bahnanlage. Der Zug wird umgeleitet.

Zugradaufhängung auf Bahnsteig.
Legende: Das Drehgestell des mit Test-Equipment ausgerüsteten FV-Dosto Zuges. Keystone/Peter Klaunzer

In Zofingen nun steht der neue, umgebaute Zug. Die Drehgestelle, wo die Räder befestigt sind, wurden komplett verändert. Thomas Grossenbacher, Gesamtprojektleiter SBB FV-Dosto, erklärt: «Wir haben das Wankkompensationssystem entfernt und wir haben dafür gesorgt, dass die Federung etwas mehr Freiraum erhält, damit sich der Zug etwas weicher verhält. In Situationen, zum Beispiel auf Weichen, bei Gleisstörungen oder bei Kurveneinfahrten.»

Doch nicht schneller unterwegs

Der FV-Dosto – der als «Rückgrat des Schweizer Fernverkehrs» gilt – war eigentlich mit Wankkompensation gebaut worden, um schnell durch Kurven zu fahren und damit Fahrzeit zu sparen. So hätten teure Streckenausbauten verhindert werden sollen.

Zugabteil mit technischer Ausrüstung und Kabelrollen.
Legende: Die Vibrationen werden gemessen – mit in der 1. Klasse installiertem Test-Equipment. Keystone/Peter Klaunzer

«Es ist so, dass der Zug mal gebaut wurde, dass er schneller als aktuell durch die Kurven fahren kann», sagt Reto Liechti, Leiter Produktion Personenverkehr SBB. Er räumt allerdings auch ein:  «Darauf verzichten wir schon seit Beginn des Einsatzes und haben auch vor vier Jahren entschieden, das in Zukunft nicht zu tun. Insofern verzichten wir auf eine sogenannte kleinere Beschleunigung von Fahrzeiten.»

90 Millionen für den Umbau

Wie die Testfahrt zeigt, schüttelt der umgebaute FV-Dosto tatsächlich weniger. «Die Ergebnisse zeigen, dass die Schwingungen circa ein Drittel vermindert werden konnten. Im Unterdeck etwas weniger, im Oberdeck etwas mehr», sagt Thomas Grossenbacher, Gesamtprojektleiter FV-Dosto, dazu. Das Testglas mit Orangensaft bleibt ruhiger als auf der ersten Fahrt.

Innenraum eines Flugzeugs mit orangefarbenen Schwimmwesten auf den Sitzen.
Legende: Sandsäcke statt Passagiere liegen auf den Sitzen und auf dem Boden des mit Test-Equipment ausgestatteten FV-Dosto Zuges. Keystone/Peter Klaunzer

Bisher hat dieser Zug allerdings noch keine Betriebsbewilligung, nur Medienschaffende dürfen ausnahmsweise mitfahren. Die übrigen Passagiere müssen sich gedulden: Ab Ende 2026 wird der grosse Umbau beginnen – Kostenpunkt 90 Millionen Franken. Und in sieben Jahren soll es dann vorbei sein mit dem Schütteln – bei allen 62 FV-Dostos.

Tagesschau, 13.01.2026, 19:30 Uhr ; 

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