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Start-ups auf Geldsuche Schweizer Jungunternehmen: zwischen Innovation und Kapitalmangel

Die ETH Zürich bringt regelmässig Start-ups hervor. Doch generell bleibt die Suche nach Kapital eine Herausforderung.

Ein Beispiel für Schweizer Innovationskraft findet sich im zürcherischen Schlieren. Die Firma InSphero entwickelt seit 2009 künstliches Gewebe, um Tierversuche zu reduzieren. Was als kleines Start-up begann, ist heute ein Unternehmen mit 120 Mitarbeitenden.

Mitgründer Jan Lichtenberg blickt auf die Anfänge zurück: «Wir haben damals mit den ersten Ideen begonnen, wie wir Tierversuche durch humane Zellmodelle ersetzen können. Heute arbeiten 18 der Top-20-Pharmaunternehmen mit unserer Technologie.»

Die Nationalmannschaft der Gründer

Solche Karrieren sind kein Zufall. Die Initiative Venturelab fördert seit zwanzig Jahren gezielt wissenschaftliche Durchbrüche. Ihre «Start-up-Nationalmannschaft» hilft Jungunternehmen beim Sprung auf das internationale Parkett.

Menschen hören Vortrag bei Startup-Event.
Legende: Venturelab

Stefan Steiner, Co-Leiter von Venturelab, erklärt: «Wir sind sehr stark da, wo es um technische und wissenschaftliche Innovation geht, Medtech, Biotech, aber auch Clean Tech. Alles, was technische Produkte sind.»

Schweizer Start-ups müssen sich international nicht verstecken.
Autor: Stefan Steiner Co-Leiter Venturelab

Jährlich werden zehn Start-ups in sechs Kategorien ausgewählt. Das Ziel: der Kontakt zu internationalen Geldgebern, insbesondere in den USA.

In Übersee sitzt das Geld lockerer. Giganten wie OpenAI, Airbnb oder SpaceX haben den Standard für risikofreudige Investitionen gesetzt. Schweizer Gründer punkten zwar mit Qualität, kämpfen aber oft mit der Selbstdarstellung. «Schweizer Start-ups müssen sich international nicht verstecken. Wir hören regelmässig, wenn wir im Silicon Valley sind, als Beispiel, dass die Schweizer Start-ups technisch führend sind. Die Amerikaner können sich aber viel besser verkaufen», so Stefan Steiner.

Risikoappetit ist zurück

Der Swiss Venture Capital Report sprach für das Jahr 2025 von einem Aufschwung. Dies nach einer Finanzierungskrise ab 2023. Die Investitionen stiegen um 24 Prozent auf insgesamt 2.95 Milliarden Franken.

Das Geld fliesst jedoch sehr konzentriert. Biotech-Start-ups waren die grossen Gewinner und zogen mit über 946 Millionen Franken einen Löwenanteil des Kapitals an. Die Anzahl der Finanzierungsrunden blieb dagegen stabil. Das zeigt, dass Investoren in bereits erfolgreiche oder hoch spezialisierte Modelle investieren. Doch viele Jungunternehmerinnen und Gründer hierzulande gehen leer aus.

Zögerliche Schweizer Investoren

Trotz einer Überlebensquote von 78 Prozent bei den geförderten Venturelab-Start-ups bleibt der heimische Kapitalmarkt schwierig. Während die technologische Basis hervorragend ist, fehlt es oft am nötigen Wagemut der hiesigen Grossinvestoren.

Wie ist das einzuordnen?

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SRF-Wirtschaftsredaktor Marco Schnurrenberger sagt: «Technologisch ist die Schweiz Weltspitze. Vor allem dank der Talentschmiede ETH. Weniger rosig sieht es mit der Investitionsbereitschaft für die Jungunternehmen aus. Die grossen Schweizer Kapitalgeber, etwa Pensionskassen, hätten zwar die Mittel, investieren ihre Milliarden aber lieber in Immobilien statt in vielversprechende, aber risikobehaftete Start-ups.»

Dass sich Mut am Ende auszahlen kann, beweist InSphero: Das Unternehmen aus Schlieren gab gerade bekannt, einen Konkurrenten aus San Diego übernommen zu haben. Ein Rollentausch, der zeigt, dass Schweizer Innovation auch global den Ton angeben kann.

Tagesschau, 20.5.2026, 19:30 Uhr

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