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Streit um Warner Brothers Komplett in bar statt mit Aktien – Netflix verbessert das Angebot

  • Netflix hält am 83-Milliarden-Gebot fest, ändert aber die Zahlungsmodalität. Komplett in bar anstatt in Kombination mit Aktien.
  • Das gab das Unternehmen anlässlich der Geschäftszahlen des letzten Quartals bekannt.
  • Paramount wiederum bietet 100 Milliarden US-Dollar. Will jedoch zusätzlich die TV-Sender von Warner Brothers.

Es ist ein klares Zeichen von Netflix, Warner Brothers weiterhin kaufen zu wollen. Und damit auch die Rechte von «Harry Potter», «Game of Thrones» oder «The Sopranos». Neu sollen die gebotenen 83 Milliarden US-Dollar als Barzahlung erfolgen anstatt in Kombination mit Aktienpaketen. Das ist attraktiver für die Aktionäre, weil es mehr Planungssicherheit gibt. Und das Ganze könnte auf diese Weise schneller über die Bühne gehen.

SRF-Fachredaktor: «Kinos auf der ganzen Welt nervös»

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Pascal Lago, Wirtschaftsredaktor, zum aktuellen Stand der Verhandlungen:

«Es geht um viel in Hollywood. So oder so entsteht ein neuer Mediengigant. Paramount steht dabei eher für das traditionelle Kino. Wenn Paramount gegen Netflix gewinnt, dann gibt es weiterhin grosse Kinofilme. Wenn Netflix gewinnt, dann ist das nicht so sicher. Netflix ist eher an Serien und am Streaming interessiert. Darum sind die Kinos auf der ganzen Welt nervös, denn es ist nicht klar, ob es dann noch gleich viele neue Blockbuster gibt, wie das heute der Fall ist. Wahrscheinlicher ist eine Verschiebung, weg von den Kinosälen hin zu den Streamingdiensten zu Hause auf dem Sofa.

Zusätzlich gibt es eine politische Dimension. Auch der US-Präsident Donald Trump mischt mit. Er ist auf der Seite von Paramount und hat Geldgeber aus Saudi-Arabien und Katar, die ihn unterstützen. Trump und Paramount sind nicht nur am traditionellen Kino interessiert, sondern vor allem auch am Nachrichtensender CNN, der momentan auch Warner Brothers gehört. CNN dürfte dann konservativer werden, ein Trump-nahes Medium. Auf der anderen Seite will Netflix noch grösser werden, um damit Youtube noch mehr Konkurrenz zu machen. Da liefert sich Netflix also einen Wettstreit mit Google.»

Konkurrent Paramount bietet mit 100 Millionen US-Dollar zwar mehr für Warner Brothers. Jedoch fordert Paramount dafür zusätzlich die dazugehörigen Fernsehsender. Weiter spielt es für den Zuschlag eine Rolle, auf welche Art und wie schnell bezahlt würde. So ist das aktuelle Netflix-Angebot unter dem Strich besser. Jetzt ist Paramount wieder an der Reihe.

Netflix meldet Rekordzahlen

Der Streaminggigant meldet einen neuen Nutzungsrekord: 325 Millionen Kundinnen und Kunden. Das ist ein Plus von 7.2 Prozent gegenüber Dezember 2024. Auch finanziell läuft es. Im letzten Quartal stieg der Umsatz um 17.6 Prozent und der Gewinn kletterte auf 2.42 Milliarden US-Dollar.

SRF3 Wirtschaft, 21.01.2026, 7:40 Uhr ; 

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