Eine Hausratversicherung schützt die persönlichen, beweglichen Gegenstände in unserem Zuhause. Sie deckt Schäden oder Verluste ab, die durch äussere Einflüsse wie Feuer, Diebstahl oder Elementarschäden, zu denen Sturm oder Wasserschäden zählen, entstehen. Dieser Schutz hat jedoch auch seinen Preis.
Eine aktuelle Auswertung, die der Schweizer Onlinevergleichsdienst «Moneyland» auf Anfrage von SRF durchgeführt hat, zeigt, dass Anbieter von Hausratversicherungen in den vergangenen fünf Jahren kräftig an der Prämienschraube gedreht haben. So haben die in der Auswertung enthaltenen Versicherungen ihre Prämien im Durchschnitt von 2022 bis 2026 um rund 20 Prozent erhöht.
Die Preisveränderungen der letzten fünf Jahre zeigen, dass die Prämien je nach Versicherungsanbieter variieren. Allerdings ist bei allen Versicherungen eine Aufwärtstendenz festzustellen. Von diesen zum Teil massiven Prämienerhöhungen sind nicht nur Neukundinnen und Neukunden, sondern auch bereits Versicherte betroffen.
Von den untersuchten Versicherungen hat die Smile-Versicherung mit 24 Prozent den höchsten Anstieg der Hausratprämien in den letzten vier Jahren verzeichnet. Smile ist eine Digitalversicherung, die zur Helvetia-Baloise-Gruppe gehört.
Wenn es nicht ganz klare Indizien gibt, aus welchen Gründen die Prämien angehoben wurden, wäre es vielleicht gut, wenn die Wettbewerbskommission mal hinschaut.
Immo Hütte, Geschäftsführer von «Moneyland» sagt: «Wir stellen in den Portalen fest, dass die Anbieter, die sich bisher eher günstig positioniert haben, etwas höhere Preisaufschläge haben gegenüber denen, die sich bisher eher etwas teurer positioniert haben. Dort fallen die Preisaufschläge moderater aus.»
Grundlose Prämienangleichungen wären aus Sicht der Konsumentenschützerin ein Fall für die Wettbewerbskommission. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), sagt: «Wenn es nicht ganz klare Indizien gibt, aus welchen Gründen die Prämien angehoben wurden, wäre es vielleicht gut, wenn die Wettbewerbskommission mal hinschaut.» Es sei ein überschaubarer Markt und da könnten Absprachen durchaus möglich sein.
Worauf Versicherungsnehmer achten können
Doch was können Versicherte selbst tun, wenn sie mit massiven Prämienerhöhungen konfrontiert sind? Immo Hütte von «Moneyland» empfiehlt, das Gespräch mit der Versicherung zu suchen: «Am Ende, wenn man mit der Versicherung spricht, wird dann doch immer nochmal am Preis geschraubt.»
Stalder weist auf die Möglichkeit hin, die Versicherung zu wechseln. Ausserdem rät sie, vor dem Abschluss einer Versicherungspolice besonders auf die Vertragsdauer zu achten. Sie empfiehlt, möglichst kurze Laufzeiten zu wählen. Denn Lebensumstände könnten sich rasch ändern, und wer langfristig gebunden sei, komme unter Umständen nur schwer aus einem Vertrag heraus. So ist es oft sinnvoll, auf Jahresverträge zu setzen, da sie den Versicherten die Möglichkeit bieten, ihre Police regelmässig zu überprüfen und bei Bedarf zu wechseln.