Die UBS hat überraschend gute Jahreszahlen vorgelegt. Vor allem mit der reichen und superreichen Kundschaft weltweit sowie im Investmentbanking verdiente die Grossbank 2025 glänzend. Aber im Dauerstreit über die Kapitalanforderungen führt das nicht weiter.
Nicht nur die Börse hat kühl reagiert auf das UBS-Resultat. Die Aktien verloren am Mittwoch deutlich an Wert. Auch die Analystinnen und Journalisten stellten diesmal ihre Fragen noch bohrender als sonst.
Tatsächlich gibt es neben viel Licht auch Schatten. Etwa die aktuellen Schwächen im Schweizer Geschäft wegen der gesunkenen Zinsen. Tiefe Zinsen führen dazu, dass die Bank tendenziell weniger verdient mit Krediten.
Im Heimmarkt könnte es besser laufen
Nun sollen die Kosten sinken. Dazu wird die UBS zügig alle Kundenbeziehungen, die sie nicht bereits zu sich geholt hat seit der Credit-Suisse-Übernahme 2023, vollständig auf die eigenen Plattformen übertragen. Danach heisst es weiter Personal abbauen, wie bei der CS-Übernahme vor drei Jahren angekündigt.
Gegenwind bläst der UBS – zumindest zum Teil – auch in den USA entgegen. So verliessen dort etliche Kundenberaterinnen und -Berater die Bank im Rahmen einer laufenden Reorganisation. Und wie im US-Vermögensverwaltungsgeschäft üblich, wechselten damit auch wertvolle Kundengelder zur Konkurrenz. Die UBS heuert nun zwar neue Leute an. Doch bis sich das unter dem Strich auszahlt, dauert es.
Altlast aus der Nazi-Zeit
Eine weitere Schwierigkeit hat nichts zu tun mit der gegenwärtigen Entwicklung: Am Dienstag musste sich die UBS in einer Anhörung vor dem US-Senat kritischen Fragen stellen zur Verwicklung der Credit Suisse mit Nazi-Deutschland. Es geht also um eine wahrhaft historische Altlast aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs von 1939 bis 1945.
US-Senatoren beschuldigen die Bank, nicht genug dabei zu helfen, alle unrühmlichen Aspekte der Affäre auszuleuchten. Die UBS bestreitet dies; sie beteuert, bei den historischen Ermittlungen zu kooperieren. Doch vor dem Senatsausschuss drang sie damit diese Woche nicht durch. Wie die Angelegenheit ausgeht, ist ungewiss. Vermutlich aber schadet sie eher dem Image, statt es aufzupolieren.
Die Kapitalfrage bleibt umstritten
Für Unsicherheit sorgt schliesslich die Frage, wie viel zusätzliches Kapital die UBS aufbauen soll, um den steigenden Anforderungen der Schweizer Behörden zu genügen. Im verbalen Fernduell zwischen UBS-Chef Sergio Ermotti und Finanzministerin Karin Keller-Sutter zu diesem wichtigen Thema gibt es zwar nichts Neues: Hartnäckig wehrt sich die Bank dagegen, für über 20 Milliarden Dollar ihr Kapitalpolster massiv zu stärken, um in einer nächsten Krise besser geschützt zu sein.
Ermottis Hauptargument lautet: Die CS sei 2023 vor allem daran gescheitert, dass sie die schon damals geltenden Kapitalregeln unterlief. Nun einfach die Regeln strenger zu machen, sei unnütz. Dieser Teil der bundesrätlichen Reform schwäche sogar die Grossbank im internationalen Konkurrenzkampf.
Voraussichtlich noch dieses Jahr befasst sich das Parlament mit den Kapitalanforderungen. Vorläufig aber kann die UBS nur bedingt planen, wie grosszügig sie die Investoren beglücken wird mit steigenden Dividenden und Aktienrückkäufen. An der Börse kommt das nicht so gut an.