UBS-Rettung: «Ende gut, alles gut»

Die Rettungsaktion der Nationalbank für die UBS ist nach Ansicht von SRF-Wirtschaftsredaktorin Barbara Widmer gut verlaufen. Die SNB konnte einen satten Gewinn mit damals unverkäuflichen Papieren einfahren.

Grafiti auf einem Blumentopf vor dem UBS-Hauptsitz. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ramschpapiere aus den USA drohten 2008 die UBS zu vergiften. Keystone/archiv

«Insgesamt hat die Nationalbank mit dem Stabilisierungsfonds rund fünf Milliarden Franken verdient», erklärt SRF-Wirtschaftsredaktorin Barbara Widmer. Und dies sei mit Papieren erreicht worden, die damals unverkäuflich waren. Mittlerweile seien die Zinsen für die US-Hypotheken- oder Kreditpapiere zurückgezahlt worden.

Das hätte ganz anders kommen können, betont Widmer weiter. «Das war wirklich eine sehr riskante Transaktion.» Im ersten Jahr sei der Wert der Ramschpapiere im Stabilisierungsfonds schier ins Bodenlose gefallen. Der Stabilisierungsfonds stand somit tief in den roten Zahlen. «Da standen öffentliche Gelder im Minus», sagte Widmer.

«UBS sass auf Bergen schlechter Papiere»

Glücklicherweise sei dann das weltweite Finanzsystem nicht zusammengebrochen. So wie sich die Situation stabilisierte, stabilisierten sich dann auch die Preise für diese Schrottpapiere. «Langsam konnten wieder Käufer gefunden werden und zum Teil wurden sie auch zurückbezahlt», erklärt Widmer. Die Nationalbank habe genug Zeit gehabt und konnte auf bessere Zeiten warten. «Und jetzt zum Glück: Ende gut alles gut.»

Die US-Immobilienkrise hatte sich 2008 zu einem Flächenbrand rund um den Globus entwickelt. Niemand wollte mehr riskante Schrottpapiere mit US-Immobilien kaufen. «Die UBS sass auf Bergen solcher Papiere, die immer mehr an Wert verloren», so Widmer. Das habe Milliardenverluste gegeben – die Bank sei am Abgrund gestanden.

UBS zieht Schlussstrich unter ein weiteres schwieriges Kapitel

3:14 min, vom 30.7.2013

Dann griffen Bund und Nationalbank ein. Sie schnürten ein Rettungspaket. Die Nationalbank übernahm diese unverkäuflichen Papiere und gab dafür einen Kredit von rund 30 Milliarden Franken. Der extra eingerichtete Stabilisierungsfonds übernahm diese Papiere und verwertete sie allmählich im Lauf der Zeit.

Dass die ganze Geschichte schlussendlich für alle Seiten positiv enden würde, war laut Widmer im Herbst 2008 alles andere als klar. «Damals standen die internationalen Finanzmärkte am Abgrund», sagt sie. «Es brauchte beherztes Handeln und es war viel Glück im Spiel.»

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Wie der Rettungsfonds funktioniert

0:23 min, vom 30.7.2013

4 Kommentare

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    • , schaffhausen

      Dienstag, 30.07.2013, 21:11

      Win-Win Situation? Da könnte man ja nur lachen, wenn's nicht so armselig wäre. Wo sind die 70 Milliarden der Steuerzahler, die der Bund eingeschossen hat? Jeder Schweizer Bürger hat von dieser dubiosen Institution noch etwa 8000.- zugut. Die Verursacher streichen nun die Gewinne ein, und die Steuerzahler sind einmal mehr die Geprellten. Es wird etwa Zeit, dass unser Wirtschaftssystem den Bach runter geht... Gute Nacht, Demokratie!

      • , Zuerich

        Dienstag, 30.07.2013, 23:08

        Welche 70 Milliarden vom Bund? Der Bund hat fuer 6 Milliarden Aktien gekauft und diese schon lange wieder fuer 7 Milliarden verkauft. Also 1 Milliarde Gewinn gemacht. Die Papiere, welche noch bei der SNB liegen, werden nun zurueck gekauft. Und auch da bleibt um Schluss fuer die SNB ein Gewinn uebrig! Der Schweizer Buerger hat Risiken getragen, was nicht haete sein duerfen. Jedoch hat nun daraus gluecklicherweise ein Gewinn resultiert! Dennoch: Wiederholung eines solchen Deals nicht empfohlen.

    • , Muri

      Dienstag, 30.07.2013, 19:28

      Naja, kein Grund zur Freude. Der Abgrund ist viel näher als im 2008. An der Gier hat sich auch nichts geändert. Den totale Zusammenbruch des Finanzsystems werden wir wohl noch in diesem Jahrzehnt erleben. Viel Spass.

    • , Brissago

      Dienstag, 30.07.2013, 15:30

      Man spricht von "Glück gehabt" und "realen Werten", die zum Gewinn sowohl von NB als auch UBS beim Geschäft mit dem Rettungsfond gemacht wurden. Kann mir jemand erhellen, wer letztlich (letztlich!) uns, der Schweiz diesen Gewinn berappt? Allfällige Verluste hätten die CH-Steuerzahlerinnen getragen, heisst es. Wer also unsere Gewinne? Danke.