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Umfrage der ZHAW Trinkgeld auch bei Take-away und Selbstbedienung?

Eine aktuelle Befragung zeigt: Manche Menschen sind unsicher, wo Trinkgeld angebracht ist.

Worum geht es? Trinkgeld in Restaurants ist üblich. Drei von vier Personen geben mehr, als auf der Rechnung steht. Fünf bis zehn Prozent werden als angemessen empfunden. Weniger klar ist Trinkgeld, wenn das Essen oder Getränk abgeholt wird. Für Kaffee to go findet nur jede und jeder Zweite Trinkgeld angemessen – ebenso in Selbst­bedienungs­restaurants. Das zeigt eine Umfrage zum Thema Trinkgeld von ZHAW und Bank Cler.

Über die Umfrage

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Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat im Auftrag der Bank Cler für ihre jährliche Trinkgeldstudie 1051 Personen befragt, gewichtet nach Geschlecht, Alter und Wohnregion.

Warum ist das so? Mitautor Marcel Stadelmann sagt: «Es fehlt das Menschliche – der Person, die am Tisch einkassiert, in die Augen zu schauen und sich dankbar zu zeigen für einen schönen Abend.» Man wisse im Moment des Bezahlens an der Theke noch nicht, ob das Essen überhaupt gut sei. Take-away-Situationen sind für Menschen generell schwierig einzuschätzen. 41 Prozent sagen in der Befragung, sie seien unsicher, ob sie bei Take-away, Foodtrucks und Selbst­bedienungs­restaurants Trinkgeld geben sollen.

Wie versuchen Take-away-Anbieter, ihr Trinkgeld zu erhöhen? Ein Hebel ist der angesetzte Betrag. «Es kann sich vielleicht lohnen, untypisch preispsychologisch nicht unter eine bestimmte Schwelle wie fünf Franken zu gehen, sondern leicht darüber», so Stadelmann, «also 5.10 Franken für den Kaffee. Wenn die Menschen Trinkgeld geben wollen, runden sie vielleicht auf 5.50 oder sogar sechs Franken auf.» Auch zahlten sich digitale Trinkgeldvorschläge auf Bezahlterminals aus. Die Menschen gäben dadurch mehr Trinkgeld.

Zwei Flaschen auf einer Bar neben einer roten Schüssel und einem Trinkgeldschild.
Legende: Wer nicht am Tisch bedient wird, zögert häufiger, Trinkgeld zu geben. IMAGO / Funke Foto Services

Welches sind weitere Erkenntnisse der Befragung? Menschen, die bar bezahlen, geben tendenziell mehr Trinkgeld. Barzahlungen werden allerdings weniger. Zudem sind jüngere Menschen weniger grosszügig als ältere. In der Gruppe 16 bis 29 Jahre sagt mehr als jede zehnte befragte Person, dass sie nie Trinkgeld gibt. Diese Null-Trinkgeld-Fraktion gibt es in den älteren Altersgruppen nicht.

Was ist, wenn man nichts gibt? Trinkgeld ist freiwillig. Es gibt keine Verpflichtung, mehr zu bezahlen, als der Service kostet. Die Gastronomie selbst weist darauf hin, dass der Service seit 1974 im Lohn inbegriffen ist. Zudem gibt es keine Regelung, dass das Trinkgeld tatsächlich der Person zugutekommt, an die es gezahlt wird. Jeder Betrieb ist frei in der Entscheidung, was damit geschieht. Dennoch bleibt es in der Schweiz üblich, Trinkgeld zu geben. Als Wertschätzung.

Tagesschau, 26.6.26, 19:30 Uhr

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