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Wenig Wasser in Stauseen Wie es um die Versorgungssicherheit beim Strom steht

Die Füllstände der Schweizer Stauseen sind auf einem mehrjährigen Tief. Und die Versorgungslage beim Gas ist angespannt.

Fehlendes Schmelzwasser: Sie sind die Stromspeicher der Schweiz: die Stauseen in den Bergen. Sie speichern die Wasserkraft, die bei Bedarf mittels Turbinen in Strom verwandelt werden kann. Doch die Füllstände der Stauseen sind aktuell auf einem mehrjährigen Tief. «Schon das letzte Jahr war sehr trocken und der letzte Winter war wiederum trocken mit wenig Schneefall», sagt Robert Itschner, Chef des Stromkonzerns BKW. Über alle Stauseen hinweg liegt der Füllungsgrad bei gerade mal 14 Prozent. Zwar füllen sich die Seen über die kommenden Monate weiter, doch das Risiko besteht, dass die Reserve bis zum Winter knapp ist.

Batterie für den Winter: Die Schweiz hat in kurzer Zeit bei der Solarenergie deutlich zugelegt. Diese steuerte im vergangenen Jahr 11 Prozent des Stroms bei. Vor zehn Jahren lag der Anteil erst bei 2 bis 3 Prozent. Die Sonnenenergie ist vor allem im Sommerhalbjahr ein guter Stromlieferant. Im Winter sinkt der Beitrag zum Strommix um rund zwei Drittel. Speziell im Winterhalbjahr kommt den Wasserreserven in den Stauseen deshalb eine grosse Bedeutung punkto Versorgungssicherheit zu – quasi als Batterie für den Winter.

Luftaufnahme des Staudamms Gigerwald mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund.
Legende: Der Gigerwald-Stausee von Axpo und der Kraftwerke Sarganserland bei Vättis SG auf einer Drohnenaufnahme von Mitte Mai 2024. Der Stausee hat einen nach dem Winter und vor der Schneeschmelze tiefen, aber für die Jahreszeit üblichen Pegelstand auf. KEYSTONE / Gian Ehrenzeller

Versorgungssicherheit im Fokus: Als die Versorgungssicherheit beim Strom letztmals in die Schlagzeilen geriet und zum Duschen zu zweit aufgerufen wurde, war die Lage ungleich dramatischer. Der Ukraine-Krieg brachte die Gasversorgung in Europa aus dem Gleichgewicht, weil die Zufuhr aus Russland in kurzer Zeit massiv zurückging. Gas und Strom sind gekoppelt – in der EU werden rund 17 Prozent des Stroms mit Gas erzeugt. Ist das Gas knapp und teuer, schlägt das auf die Stromproduktion und die Stromtarife durch. Für die Schweiz besonders relevant: 2022 waren viele französische Atomkraftwerke in Revision und bis 2023 nicht am Netz. Hier hat sich die Situation aber normalisiert. 2025 stammte etwas über 10 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Stroms aus Frankreich. Aktuell gibt es also keinen Grund zu übertriebener Sorge. «Die Versorgungssicherheit ist grundsätzlich gewährleistet. Falls wir tatsächlich einen sehr kalten Winter hätten, nicht genügend Gas in Europa und noch weitere Herausforderungen, etwa mit der Kernkraft aus Frankreich, kann es einfach sehr eng werden», sagt BWK-Chef Itschner.

Preise in Bewegung: Was dies alles für die eigene Stromrechnung bedeutet, ist noch schwierig abzuschätzen. Zudem gibt es je nach Wohnort immer erhebliche Unterschiede. Jeder Versorger pflegt einen anderen Umgang mit den Tarifen. Teilweise werden sie nur jährlich angepasst, teilweise auch unterjährig. Zudem hat jeder Versorger eine andere Ausgangslage, je nachdem, welche Verträge er mit den Stromproduzenten und -händlern eingegangen ist und wann diese auslaufen. Die Tarife für das laufende Jahr liegen für einen typischen Schweizer Haushalt im Schnitt rund 5 Prozent tiefer als im Vorjahr. Im September wird die Eidg. Elektrizitätskommission (Elcom) die Tarifentwicklung für das kommende Jahr publizieren. Dass es im Schnitt nach oben gehen könnte, wäre keine Überraschung.

Tagesschau, 1.6.26, 19:30 Uhr

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