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Weniger Reingewinn Swisscom-Gewinn schrumpft wegen Eingliederung von Vodafone Italia

  • Bei der Swisscom schlägt die grösste Akquisition der Firmengeschichte aufs Ergebnis durch.
  • Wegen der Kosten für die Eingliederung der übernommenen Vodafone Italia sackte der Reingewinn des Schweizer Branchenprimus ab.

Der Reingewinn tauchte im vergangenen Jahr um 17.6 Prozent auf 1.27 Milliarden Franken, wie die Swisscom in einem Communiqué bekannt gab. Das operative Ergebnis gab derweil weniger stark nach.

SRF-Wirtschaftsredaktor: «Italien ist ein hartes Pflaster»

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Kurzeinschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim

Stark gewachsen, weniger verdient. So lässt sich das vergangene Geschäftsjahr kurz zusammenfassen. Durch die Übernahme des Mobilfunkanbieters Vodafone Italia hat die Swisscom ihr Standbein in Italien im vergangenen Jahr massiv ausgebaut: Das zeigt sich unter anderem an der stark gestiegenen Anzahl von Mobilfunkkundinnen und -kunden, oder auch an der Zahl der Angestellten in Italien. Allerdings bringt dieser Zukauf nun zuerst einmal hohe Kosten mit sich, die sich nun in Form eines kleineren Reingewinns bei der Swisscom bemerkbar machen. Das Ziel des Schweizer Telekomkonzerns ist allerdings klar. Auch in Italien will das Unternehmen profitabel sein. Viel verspricht sich die Firma durch die geplante Zusammenführung von Vodafone mit ihrer langjährigen Tochterfirma Fastweb, die auf schnelle Internetverbindungen spezialisiert ist. Diesbezüglich muss die Swisscom noch den Beweis erbringen, dass sich das angedachte Vorhaben auch finanziell lohnt. Leicht ist das Unterfangen nicht, da Italien im Bereich der Telekomangebote ein sehr hartes Pflaster mit grosser Konkurrenz ist.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingkosten (EBITDAaL) fiel auf 4.98 Milliarden Franken. Das ist ein Rückgang um 1.2 Prozent im Vergleich zu den Pro-Forma-Zahlen, wenn Vodafone Italia schon im Vorjahr zur Swisscom gehört hätte.

Gegenwind aufgrund Frankenstärke

Neben den Kosten für die Integration der 8-Milliarden-Euro schweren Akquisition von Vodafone Italia lastete die weitere Erosion im Telekomgeschäft auf dem Betriebsergebnis. Zudem sorgte die Frankenstärke für Gegenwind.

Ausserdem fielen Einmalkosten an. Zu konstanten Währungen und auf vergleichbarer Basis wäre der EBITDAaL sogar um 1.9 Prozent gesunken, hiess es.

Gewinnerwartungen verfehlt

Der Umsatz schrumpfte auf vergleichbarer Basis um 2.0 Prozent auf 15.05 Milliarden Franken. Hier wirkte sich die Euro-Schwäche aus, die dem Italien-Geschäft zu schaffen machte. Währungsbereinigt hätte das Minus nur 1.3 Prozent betragen.

Mit den Zahlen hat die Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde beim Umsatz erfüllt und bei den Gewinnzahlen verfehlt.

Logos von Swisscom und Vodafone auf Bildschirmen.
Legende: Die Eingliederung von Vodefone Italia sorgte für 17.6 Prozent weniger Reingewinn bei der Swisscom. KEYSTONE/Michael Buholzer

Die Aktionäre sollen von der Riesenakquisition in Italien profitieren. Die Swisscom erhöht die Dividende auf 26 Franken von 22 Franken im Vorjahr. Das ist die erste Erhöhung seit 2010. Davon fliesst gut die Hälfte in die Bundeskasse.

Erneute Dividendenerhöhung angepeilt

Für das neue Jahr 2026 peilt die Swisscom einen Umsatz von 14.7 bis 14.9 Milliarden Franken an. Beim operativen Gewinn will die Swisscom 5.0 bis 5.1 Milliarden Franken erreichen.

Wenn diese Ziele erreicht werden, soll die Dividende weiter auf 27 Franken pro Aktie erhöht werden. Geplant sind ausserdem Investitionen von 3.0 bis 3.1 Milliarden Franken.

SRF 4 News, 12.02.2026. 7:30 Uhr ; 

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