Joachim Raff, der «Schweizer Brahms»

Das Musikkollegium Winterthur holt zwei Werke von Raff aus der Vergessenheit und stellt sie erstmals in seinen Konzerten vor. Joachim Raff, der Lehrerssohn aus Lachen und musikalische Autodidakt, kam 1850 nach Weimar, um Assistent von Franz Liszt zu werden.

Die Ideen des Weimarer Kreises, wie Musik und Dichtung neu zu verknüpfen und zu bereichern wären, haben auch Raff geprägt. Die Ouverture «Ein feste Burg» schrieb er zu einem Drama, das in der Reformationszeit spielt, folglich taucht der kämpferische Luther-Choral als Thema darin auf.

Sein sinfonisches Schaffen hat Raff im reifen Alter mit einem Jahreszeiten-Zyklus gekrönt. Die Sinfonie «Im Sommer» von 1878 vereint ganz unterschiedliche Kompositionsstile in sich, vom Wagner'schen Klangzauber bis zu traditionellem Kontrapunkt und einem tobenden Sommergewitter.

Der Gewinner des Zürcher Concours Géza Anda 2015, Andrew Tyson, gibt mit Mozarts d-Moll Konzert sein Debut beim Musikkollegium Winterthur.

Joachim Raff: Eine feste Burg ist unser Gott op. 127
Wolfgang Amadé Mozart: Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466
Joachim Raff: Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 208 «Im Sommer»

Musikkollegium Winterthur
Lorenzo Coladonato, Leitung
Andrew Tyson, Klavier

Konzert vom 18. März 2017, Stadthaus Winterthur

Redaktion: Roland Fleig