Schwarze Medizin – Wie viel Kaffee trinken Spitalärzte?

Forschung mit einem Augenzwinkern: Das Kantonsspital St. Gallen hat es mit einer Studie zum Kaffeekonsum seiner Ärzte in die legendäre Jahresendausgabe des «British Medical Journal» (BMJ) geschafft.

Kaffeebecher auf einer Kaffeemaschine Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch Ärzte können nicht ohne Kaffee. Imago

Der Arbeitstag von Spitalärztinnen und -ärzten ist lang und anspruchsvoll. Schlägt sich das auch im Kaffeekonsum nieder? Und gibt es Unterschiede zwischen den Fachrichtungen?

Diesen nicht ganz ernst gemeinten Fragestellungen ist ein Forscherteam des Kantonsspitals St. Gallen mit wissenschaftlicher Akribie auf den Grund gegangen und hat es mit der Studie in die traditionell spleenige Jahresendausgabe des «British Medical Journals» geschafft.

Analysiert wurde der Kaffeekonsum von 766 Medizinern in der Spitalkantine. Im Jahr 2014 brachten es die 425 Männer und 341 Frauen auf satte 70'772 Becher Kaffee, woraus sich folgende Rangliste ergab:

  1. Orthopädie (189 Becher/Kopf)
  2. Radiologie (177)
  3. Allgemeine Chirurgie (167)
  4. Neurochirurgie (116)
  5. Neurologie (104)
  6. Innere Medizin (90)
  7. Gynäkologie (75)
  8. Anästhesie (39)
  9. Diverse (95)

Darüber hinaus zeigte die Studie zum Beispiel, dass ältere Mediziner mehr Kaffee trinken als jüngere und Männer mehr als Frauen. Besonders markant tritt der Unterschied beim Espresso hervor, der bei Männern doppelt so beliebt ist und meist nach dem Mittagessen genossen wird.

Dass ausgerechnet in der Anästhesie am wenigsten Kaffee konsumiert wird, könnte mit dem Berufsbild zusammenhängen. Die Studienautoren räumen aber auch die Möglichkeit ein, dass die Anästhesisten versteckt eine eigene Kaffeemaschine betreiben, deren Output in der auf den Kantinenkonsum beschränkten Untersuchung keinen Eingang fand.

Überhaupt ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, denn in der Studie blieb der Kaffeekonsum zu Hause, an mitgebrachten Kaffeemaschinen oder von Automaten ebenso unberücksichtigt. Wobei billiger Automatenkaffee von der Studie bewusst ausgeschlossen wurde: Auch wenn dieses Gebräu Koffein enthalte, glauben die Studienautoren nicht, dass es die Bezeichnung Kaffee überhaupt verdient.