«Sagenhafter Gotthard - Glarus»

Die Linth, die durch den Kanton Glarus nordwärts in den Walensee fliesst, hat ihre Quelle im Tödi- und nicht im Gotthardmassiv. Glarus ist durch den Klausenpass dennoch mit Uri verbunden. Die Sage vom Grenzlauf erklärt, weshalb das Hochtal, das östlich des Klausenpasses liegt, Urnerboden heisst.

Eindrucksvoll stuerzt der "Berglistueber" in einem tosenden Wasserfall ueber eine Felswand vom Urner Boden auf 1200 Meter in die Talsohle der Linth bei Linthal
Bildlegende: Wasserfall vom Urnerboden in die Talsohle bei Linthal Keystone / Arno Balzarini
Der Grenzlauf ist wohl eine der bekanntesten Geschichten aus dem Schweizer Alpenraum. Aber das Motiv, der Eine trägt den Andern auf der Schulter um eine Grenze festzulegen, findet sich auch an anderen Orten. Erinnert sei nur an die Erzählung von Tolstoi: «Wieviel Erde braucht der Mensch». Und klar ist, dass die Glarner und die Urner den Ausgang der Geschichte unterschiedlich erzählen. Der Schauspieler Peter Fischli erzählt sie uns aus Glarnersicht. Dazu kommt die ebenfalls bekannte Sage vom «Vrenelis Gärtli» und Eindrücke von «Heiri Jenni im Sunnebärg», der Anfangs des 20. Jahrhunderts bei einem Viehtransport durch den Gotthard mit dabei war.
Markus Gasser will es auch diesmal genau wissen und unterhält sich mit dem Sagenkenner Sepp Schwitter.
 
Gotthardregion
Der Gotthard - das ist nicht bloss ein Berg, das ist ein Gebirgsstock und Passübergang im Herzen der Alpen, das sind die umliegenden Talschaften, das ist die Quellregion der Flüsse Reuss, Rhein, Rhone und Ticino, das ist eine Gegend voller Mythen, Sagen und Erzählungen. Zur Gotthardregion gehören die Kantone Uri, Tessin, Graubünden und Wallis, gehören Urner und Walliser Dialekt, das Rätoromanisch der Surselva, der Tessiner Dialekt und das Italienische. 
 
Blick in die Talschaften
Die Sommerserie der Schnabelweid startet Anfang Juli mit einer Sendung zum Gotthard selber. Jede Woche geht der Blick danach in eine andere Himmelsrichung: Nach Norden ins Urseren- und ins Reusstal, nach Westen über die Furka ins Goms und ins Oberwallis, nach Osten über den Oberalp in die Surselva, nach Süden in die Leventina, zuletzt über den Klausen ins Glarnerland. Überall in den Tälern und auf den Alpen lauern übersinnliche Wesen und die Geschichten vom Unwesen, das sie treiben.
 
Buchtipps
  • Caspar Streiff: Dr Heiri Jenni im Sunnebäärg. Reiseerlebnisse eines Glarner Bauern. Baeschlin-Verlag, 1991
  • Glarner Sagen. Kaspar Freuler und Hans Thürer (Hrsg.); Kurt Mühlbauer (Illustrationen); Baeschlin-Verlag, 2001
 

Moderation: Riccarda Trepp, Redaktion: Buschi Luginbühl, Markus Gasser