«Schnoranzia» oder: Fasnachtstraditionen in Villmergen

Es beginnt in Villmergen wie in allen katholischen Fasnachts-Hochburgen am Schmutzigen Donnerstag, früh um 4 Uhr mit einem Heidenlärm, hier «Güüggen» genannt. Mit Hilfe von «Güüggis» aus Kuhhörnern wird die Bevölkerung geweckt und die Fasnacht eingeläutet.

Duo Schnoranzia
Bildlegende: Duo Schnoranzia SRF

Von «Heiden» und «Guuggern»
Platzkonzerte, Beizenfasnacht, Güüggiball, Strassenfasnacht und Kinderumzug bieten bis zum Fasnachtsdienstag ein dichtes Programm. Auch hier kommt es aufs präzise Wort an: Ein Verkleideter ist in Villmergen nicht ein «Böögg» oder eine «Masgge», sondern ein «Heid», deshalb heisst die örtliche Fasnachtsgesellschaft auch «Heid-Heid». Gehört er oder sie der «Guggermusik Heid» an, ist er oder sie ein «Gugger».

27 Jahre «Schnoranzia»
Villmergen hat auch zwei Schnitzelbänke, die seit Jahrzehnten von Beiz zu Beiz ziehen: Die «Krähe», Lehrer im Dorf, und das Frauenduo «Schnoranzia». Die Krähe pausiert 2016 als Reaktion auf das Beizensterben in Villmergen. Nicht aber die «Schnoranzia». Mit Versen, Bildern und einer regelrechten Show halten sie auch dieses Jahr ihren Dorfgenossen einen satirischen Spiegel vor die Nase. Die Schnabelweid war dabei!

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Markus Gasser