18.03.202130790 Ansichten

Dating in der Pandemie – Wie verändert sich das Liebesleben junger Singles?

Aufgrund der Corona-Pandemie sassen wir die letzten Monate zu Hause. Wir arbeiten und leben in wenigen Zimmern. Dating läuft für viele über Datingapps wie Tinder und Grindr. Unsere Reporterin Anna Kreidler will herausfinden, wie die Pandemie das Datingleben von Singles beeinflusst. Sie trifft dafür vier Menschen, die über ihre Dating-Erlebnisse erzählen.

Isabelle ist Annas Mitbewohnerin und datet gerade nicht. Der Grund? Es ist ihr zu anstrengend, zu frustrierend. Sie lernt auf Datingapps keine Männer kennen, die sich auf ein Gespräch einlassen. Sie fühlt sich «wie ein Stück Fleisch» behandelt. Tinder hat sie deshalb seit einiger Zeit gelöscht. Aber für die Reportage lädt sie die App nochmals herunter und zeigt, nach welchen Kriterien sie beim Swipen vorgeht. Lou ist seit 14 Jahren Single und wünscht sich «nichts mehr als eine Beziehung». Seit Oktober hat er mit einem Mann Kontakt, den er auf Grindr gematcht hat. Sie telefonieren, schreiben sich und teilen ihr Leben und Alltag vier Monate lang - online. Lou wünscht sich ein Treffen im echten Leben, aber sein Schwarm ist wegen Corona vorsichtig und meldet sich zudem seit zwei Wochen nicht mehr. Nina hat bis vor kurzem noch vier Männer parallel gedatet. Dann hat sie aber eine schlechte Erfahrung gemacht, als sie einen davon zu sich nach Hause eingeladen hat. Während der Pandemie kann man nicht in eine Bar, ins Kino oder ins Restaurant. Wenn das Wetter dann noch schlecht ist, bleibt einem nicht viel mehr übrig als zu jemandem nach Hause zu gehen. Das geht Nina zu schnell. Till studiert Medizintechnik an der ETH, wohnt in einer WG und ist seit 9 Monaten Single. Im Herbst hatte über Tinder Frauen kennengelernt und diese auch getroffen. Es wurde ihm aber schnell zu viel. «Ich hing zu oft auf Tinder oder Bumble.» Jetzt sei er der App wieder verfallen, nicht zuletzt deshalb, weil er sich in der Pandemie langweilt und ihm das Kennenlernen von neuen Menschen einen Kick gibt.

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