22.10.20193702 Ansichten

Die Weltverbesserer

Die Welt zum Bessern verändern und etwas Sinnvolles tun, dieses Ziel verbindet die Protagonisten der neuen fünfteiligen Serie «Die Weltverbesserer». Ob Notfallchirurgie in Äthiopien, die Rettung eines Dorfes in Nepal oder Nothilfe für Flüchtlinge auf der Balkanroute, Schweizerinnen und Schweizer leisten aus privater Initiative heraus humanitäre Arbeit. Ihr Engagement ist sinnstiftend, hat aber auch seinen Preis.

Der renommierte Winterthurer Fotograf Manuel Bauer hat sich zum Ziel gesetzt, in Nepal ein ganzes Dorf umzusiedeln, weil der Klimawandel das Weiterleben auf 4000 Metern verunmöglicht. In dieser Folge besucht er den jüngsten Dorfbewohner von Sam Dzong, Tsering Dondhup. Dieser kam vor Kurzem unter schwierigen Bedingungen zur Welt, da es in dieser abgeschiedenen Gegend der Welt kaum medizinische Hilfe gibt. Manuel Bauer überbringt den frischgebackenen Eltern ein Geschenk aus der Schweiz. Er zeigt ihnen die Fotos, die er in einer Reportage des Magazins veröffentlicht und so Spendengelder für sein Umsiedelungsprojekt gesammelt hat. Als Bauer mit seinem engsten Mitarbeiter und Freund Lama Ngawang die Landfrage für das neue Dorf klären will, sind bereits Ingenieure vor Ort, und es fahren Baumaschinen vor, die Lama Ngawang organisiert hat. Manuel Bauer fühlt sich übergangen. Mit offenen Fragen kehrt er in die Schweiz zurück. Melanie Holzgang, die eigentlich als Oberärztin in Uster ZH arbeitet, ist alleine verantwortlich für die Unfallchirurgie im Universitätsspital von Jimma. Jeden Tag muss sie entscheiden, wer operiert werden kann. Bisweilen holt die 33-Jährige auch per MMS in der Schweiz bei ihren Kollegen eine Zweitmeinung ein. Die Unfallchirurgie ist heillos überbelegt, und doch gibt es Tage, an denen die Chirurgin nicht zum Operieren kommt, weil die raren Operationstische von Notfällen anderer Abteilungen belegt werden. Solche Tage sind anstrengend, und Melanie Holzgang ist frustriert. Da hilft nur eines: Joggen gehen. Natürlich sorgt sie dabei für Aufsehen. Als der Gründer des Gostar-Projekts, Chefarzt Jörg Peltzer, in Jimma eintrifft, entdeckt er beim ersten Rundgang ein Kind, das mit dem Tode ringt. Nach einer Armverletzung suchten seine Eltern Hilfe beim Dorfschamanen. Dieser band den Arm zu stark ab. Nach einem zwölfstündigen Transport ins Spital liegt das Kind nun weitere zwölf Stunden auf dem Notfall. Peltzer weiss, es geht um Leben und Tod. Im serbisch-mazedonischen Grenzstädtchen Presevo hilft Vanja Crnojevic mit ihrem Verein Borderfree Association Flüchtlingen auf der Balkanroute. Die 36-Jährige setzt sich für eine siebenköpfige Familie aus Syrien ein, die drei schwer behinderte Kinder im Rollstuhl hat. Mit der tatkräftigen Unterstützung ihrer Freiwilligen will sie ihr die Weiterreise mit dem Zug ermöglichen. Aber die Plätze sind begehrt und das Gedränge gross. Für die Volontäre sucht Vanja Crnojevic bessere Unterbringungsmöglichkeiten. Ein Haus, das sie anschaut, ist in einem chaotischen Zustand, aber Vanja lässt sich nicht beirren. Sie selber logiert in einer kleinen Wohnung, die der Verein für sie gemietet hat, da sie jeden Monat zwei Wochen vor Ort ist. Das ist ihr Rückzugsort, wo sie nach anstrengenden Tagen Energie tanken kann. Denn auch Weltverbesserer müssen einmal Pause machen..

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