26.09.201920629 Ansichten

Leben ohne Epilepsie | Hochriskante Hirn-OP soll Anfälle verhindern

Nicola hat Epilepsie. Durch die vielen Anfälle ist sein Leben geprägt von zermürbendem Kontrollverlust. Da die Medikamente seine Anfälle nicht verhindern können, entschliesst sich Nicola zu einer Operation. Das Problem dabei: Die Operation ist hochriskant.

Als Nicola zehn Jahre alt ist, treten plötzlich seltsame Bewusstseinsstörungen bei ihm auf: Er verharrt mitten in einer Bewegung und ist für einige Sekunden nicht mehr ansprechbar. Neben diesen Absenzen treten in den folgenden Monaten heftige Anfälle auf, bei denen Nicola die Kontrolle über seinen Körper verliert. Er wird medizinisch abgeklärt. Die Diagnose: Epilepsie – eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Über einen längeren Zeitraum werden verschiedene Medikamente ausprobiert – keines zeigt die gewünschte Wirkung, die Anfälle bleiben. Nicola darf nicht mehr Fahrradfahren, Schwimmen oder alleine unterwegs sein. Er leidet stark unter dem Kontrollverlust – seine Krankheit wird für die ganze Familie immer mehr zur Belastung. Die Ärzte schlagen Nicola eine Operation vor: die Epilepsieherde sollen entfernt werden. Im Sommer 2016 entfernen Spezialisten des Universitätsspitals Zürich das epileptogene Gewebe. Nicola ist während einer längeren Zeit anfallsfrei. Ein selbständiges Leben scheint möglich. Doch dann kommen die Anfälle zurück, werden zunehmend heftiger, gar lebensbedrohend. Dieser Umstand und die aufkeimende Liebe zu Nicole lassen im 18-Jährigen den Entschluss reifen, sich ein zweites Mal operieren zu lassen. Da der Epilepsieherd nahe am Sprachzentrum liegt, birgt dieser zweite Eingriff jedoch grosse Risiken. Die behandelnden Ärzte wägen Chancen und Risiken sorgfältig gegeneinander ab. Für Nicola jedoch steht ein anfallsfreies Leben über allem, er will diese Operation – um jeden Preis.

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