22.08.202112901 Ansichten

Sex, Macht, Geld: Der tiefe Fall eines Königs

Juan Carlos: Das ist die Geschichte eines einst beliebten Königs, dessen Glanz nach Jagd-, Beziehungs- und Finanzaffären verblasst ist, die Geschichte eines Mannes, der vor der Justiz ins Ausland geflüchtet ist – und letztlich die Geschichte einer Monarchie, die längst in der Krise ist.

Juan Carlos ist und bleibt eine Belastung für Spaniens aktuellen König Felipe VI – auch im fernen Abu Dhabi, wohin er im Sommer 2020 geflüchtet ist. Die Filmemacher von RTS lassen erkennen, warum das Königreich erneut in der Krise steckt. Sie lassen Zeitzeugen der 40-jährigen Regentschaft von Juan Carlos zu Wort kommen: Zeuginnen, die aus nächster Nähe zum Königshaus oder aber aus der Distanz von Ereignissen berichten, die Spaniens letzte Jahrzehnte geprägt haben. Unter ihnen: eine adlige Cousine des einstigen Königs, eine widerspenstige Geliebte, frühere Diplomaten, Minister und eine Biographin, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Auch Genf als Finanzplatz und die Genfer Staatsanwaltschaft spielen eine Rolle, ebenso eine Spanierin und ein Spanier, die in den 60er- und 70er-Jahren nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus politischen Gründen in die Schweiz ausgewandert sind. Der Film reflektiert anhand der Figur Juan Carlos den Weg Spaniens von der Diktatur in die Demokratie, verbunden mit der Wiedereinführung der Monarchie. Spanien und die Monarchie, das ist eine seit Jahrhunderten komplizierte Beziehung. Immer mal wieder musste eine Königin oder ein König das Weite suchen. Es gab kurze Phasen der Republik, Bürgerkriege, Diktaturen. Zuletzt war es General Franco, der nach Putsch, Bürgerkrieg und Diktatur die Monarchie wieder einführte. Er setzte dabei auf Juan Carlos, gegen den inzwischen sowohl die Justiz in Spanien ermittelt als auch in der Schweiz ermittelt wird, der schliesslich abdankte und zuletzt ins Ausland flüchtete. Der Film macht klar, warum es die Monarchie in Spanien auch weiterhin nicht einfach haben wird.

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