07.01.202130161 Ansichten

Viola Amherd – Unterwegs mit der Verteidigungsministerin

Viola Amherd ist die erste Verteidigungsministerin der Schweiz. Angestrebt hat sie dieses Amt nicht; die militärische Erfahrung fehlte ihr. Und mit der Beschaffung neuer Kampfjets steht gleich eine delikate Aufgabe vor ihr. «SRF DOK» hat die Walliser Bundesrätin zwei Jahre lang begleitet.

«Ja nun, jetzt ist es so. Dann mach ich das». Enthusiastisch tönt anders. Aber Viola Amherd macht kein Geheimnis daraus, dass sie ein anderes Departement gewählt hätte – wenn sie denn hätte wählen können. Niemand ihrer neuen Bundesratskolleginnen und -kollegen wollte das VBS, das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Ihr Vorgänger, SVP-Bundesrat Guy Parmelin, gab das Departement nach nur drei Jahren ab. Amherd, die ehemalige Briger Stadtpräsidentin und CVP-Nationalrätin, wird seither nicht müde zu betonen, wie gut ihr ihre neue Aufgabe gefalle und wieviel sie dabei lerne. Der Dokumentarfilm gibt einen Einblick über das Werden der ersten Verteidigungsministerin der Schweiz. Er zeigt, wie Amherd, die sich im Parlament den Ruf einer gewieften Strippenzieherin erworben hatte, die komplexen und ihr oft fremden Aufgaben angeht. Ihr Ziel: Sicherheit für die Schweiz, aber die (bewaffneten) Konflikte und Bedrohungen ändern sich in rasantem Tempo. Gegen Cyberattacken, Spionage, aber auch zunehmende Naturkatastrophen soll die Armee gerüstet sein – doch gleichzeitig auch Boden und Luft gegen traditionelle Gefahren schützen. Insbesondere die Sicherung des Luftraums steht in Amherds ersten zwei Amtsjahren im Zentrum. Vor allem die Beschaffung neuer Kampfjets. Diese sollen die FA18 Flugzeuge ersetzen, die gemäss der Armeeführung innerhalb des nächsten Jahrzehnts ihre Altersgrenze erreichen. Ein heikles Geschäft – denn viele Menschen im Lande glauben nicht, dass sechs Milliarden Franken für neue Kampfflieger gerechtfertigt sind. Doch Amherd legt sich mächtig ins Zeug für ihre Flieger. Sie engagiert Experten, die sie beraten und ihr das Rüstzeug geben – und kämpft an der politischen Front und in den Medien für die Umsetzung. Neben den Kampfjets gibt es auch noch weitere heikle Geschäfte. Die aufwändige und gefährliche Räumung des Munitionslagers Mitholz im Berner Oberland. Und völlig unerwartet, eine Mobilmachung und der Einsatz von Truppen im Kampf gegen das Corona-Virus. Es ist die grösste Armee-Mobilmachung der Schweizer Armee seit dem Zweiten Weltkrieg. SRF DOK-Autor Christof Franzen hat die VBS-Chefin mit der Kamera begleitet und dokumentiert, wie die erste Frau an der Spitze der Schweizer Armee in ihr Amt hineinwächst. Dabei stösst er auch auf Unbekanntes und Überraschendes: Die Single-Frau Viola Amherd ist eine sehr gute Tänzerin und macht leidenschaftlich gerne aus Walliser Aprikosen Konfitüre.

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