Eine der drei Staatsanwältinnen, die den Fall zur Tragödie vom 1. Januar in Crans-Montana untersuchen, wird die Walliser Staatsanwaltschaft Ende Jahr verlassen. Das geht aus einem Schreiben an die Anwältinnen der Opferfamilien und der Beschuldigten hervor, das dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS vorliegt.
Die Staatsanwältin wolle «eine neue berufliche Gelegenheit» wahrnehmen, heisst es weiter. Die Untersuchung werde ab sofort von der stellvertretenden Generalstaatsanwältin zusammen mit der verbleibenden Staatsanwältin geleitet. Ob das Team mittelfristig wieder auf drei Personen erweitert wird, geht aus dem Schreiben nicht hervor.
Auf Anfrage von RTS machte Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud keine Angaben dazu, wohin die betroffene Person wechseln wird. Ebenfalls offen bleibt, ob sie innerhalb des für die Untersuchung zuständigen Pools ersetzt wird und ob ihr Weggang im Zusammenhang mit dem Fall steht.
Pool von Staatsanwältinnen
Die strafrechtlichen Ermittlungen waren zunächst einer Staatsanwältin des Amts der Region Mittelwallis übertragen worden. Nachdem Kritik daran laut wurde, dass eine Untersuchung dieses Ausmasses von nur einer Person geführt werde, wurde ein Pool aus drei Staatsanwältinnen gebildet.
Bis heute wurden sämtliche Einvernahmen von diesem Team durchgeführt. Die stellvertretende Generalstaatsanwältin leitete die Befragungen der Beschuldigten, während zwei weitere Staatsanwältinnen abwechselnd die Protokolle führten.
Anwälte zeigen sich überrascht
Mehrere Anwältinnen reagierten gegenüber RTS überrascht auf den angekündigten Weggang. Sie hoffen, dass die Ermittlungen weiterhin zügig voranschreiten.
Bereits für die kommende Woche sind zwei weitere Einvernahmen von Beschuldigten vorgesehen.