Am 19. Dezember 2025 hatte der Geschäftsführer der Bar «Le Constellation» ein Baugesuch eingereicht, um die überdachte Terrasse zu vergrössern. Ebenfalls sollte ein seitlicher Ausgang der Veranda entfernt werden. Dies zeigen Recherchen des Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).
In diesem Baugesuch sind auch Teile der alten Baupläne des Gebäudes sichtbar. Auch die Innentür der Bar ist zu sehen. Sie misst 150 Zentimeter – und hat eine nicht vorschriftsgemässe Öffnung. Diese müsste in die Fluchtrichtung, also nach aussen, erfolgen, was aber gemäss Bauplan nicht der Fall ist. Auch die Tür der Veranda öffnet sich nach innen.
Bewilligter Ausbau?
Die «NZZ am Sonntag» berichtete, dass in den amtlichen Publikationen kein öffentliches Baugesuch für das Innere der Bar zu finden sei. Jedoch gab es 2015 ein Baugesuch für die Fassade. Dieses zielte darauf ab, «eine verschiebbare Glasstruktur und eine einziehbare Überdachung auf der Terrasse zu installieren».
Das Baugesuch von 2015 wurde nicht vom französischen Wirtepaar eingereicht, sondern vom Eigentümer des Gebäudes. Und gemäss Informationen von RTS geschah dies nicht zu Beginn der Renovationsarbeiten, sondern drei Monate nachdem ein kleiner Bagger vor Ort eingetroffen war. Fotografien, die zwischen Juni und Oktober 2015 im Internet publiziert wurden, zeigen, dass die Bauarbeiten, die hauptsächlich im Inneren der Bar stattfanden, vor der öffentlichen Planauflage begonnen hatten. Die Arbeiten wurden vom Geschäftsführer dokumentiert und auf Social Media publiziert.
Die Terrasse wurde umgebaut, die Kellertreppe verkleinert, und schalldämmende Schäume wurden installiert. Letztere gelten zurzeit als Schlüsselelement bei der Brandkatastrophe. Im Dezember 2015 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Ein weiteres Dokument, das RTS vorliegt, zeigt, dass der Geschäftsführer im Juli 2015 ein offizielles Gesuch zur Erteilung einer Betriebsbewilligung stellte. Die Bar öffnete im Dezember desselben Jahres.