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Häufung von Demos in Genf Protest gegen G7‑Gipfel konkurriert mit Frauenstreik

In Genf findet der Protestzug gegen den G7-Gipfel im französischen Evian am selben Tag statt wie der Frauenstreik – sehr zum Ärger der Gewerkschaften.

Der 14. Juni ist aus Sicht der Gewerkschaft Unia ein geschütztes Datum für die Rechte der Frauen. Wenn gleichzeitig auch der Protestzug gegen das Treffen der sieben grössten Wirtschaftsmächte der Welt stattfindet, droht das die Botschaft über die Rechte der Frauen zu überschatten.

Person mit Megafon vor einem Protestplakat.
Legende: Der für den 14. Juni geplante Protestzug gegen den G7-Gipfel im französischen Evian sorgt in Genf für heisse Köpfe. KEYSTONE/Martial Trezzini

Yves Defferrard, Regionalsekretär der Unia Genf, hatte die Koalition «No-G7» sogar gebeten, das Datum der Demonstration zu verschieben, ohne Erfolg. Für ihn wäre es effektiver gewesen, am 13. Juni oder während des Gipfels zu demonstrieren, damit sich die Unia am 14. auf den feministischen Streik hätte konzentrieren können.

Die am selben Tag stattfindenden Abstimmungen zu der 10-Millionen-Initiative der SVP und der kantonalen Vorlage über die Lockerung der Regeln für Sonntagsverkäufe seien weitere Themen, die aus Gewerkschaftssicht Aufmerksamkeit erforderten.

Hoteliers in Genf melden Zunahme von Annullationen

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Die Genfer Hotels verzeichnen zwischen 10 und 15 Prozent Stornierungen im Vorfeld des G7-Gipfels im französischen Evian.

«Wir spüren einen Rückgang», berichtete der Präsident des Genfer Hoteliersverbands, Xavier Rey. «Der Juni ist normalerweise eine sehr starke Saison.» Viele Geschäftsleute würden jeweils in dieser Zeit nach Genf für Sitzungen reisen.

Nun hat die Genfer Kantonsregierung denjenigen, die dazu in der Lage sind, empfohlen, Homeoffice zu wählen. Gemäss Rey haben mehrere Hoteliers ihre Stammkundschaft angerufen, um sie davor zu warnen, dass «das touristische und das geschäftliche Erlebnis nicht ganz dasselbe sein wird».

«Wir stehen vollständig hinter den Forderungen der Koalition No-G7. Wir teilen sie zu 100 Prozent», betonte Defferrard gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Wir möchten nur klar sagen, dass es an diesem Tag viele andere Anliegen gibt.»

Erläuterungen eines RTS-Journalisten zu den Demos vom 14. Juni:

Und der Gewerkschaftsvertreter ergänzt: «Wir möchten einen gewissen Raum haben, insbesondere um die Problematik der Sonntagsverkäufe, die Volksinitiative gegen eine 10-Millionen-Schweiz und alle Probleme der Gleichstellung der Frauen hervorzuheben. Der 14. Juni ist der Tag der Frauenrechte, und wir möchten nicht, dass dies völlig überschattet wird.»

Kritik auch im bürgerlichen Lager

Diese Kritik an der «Konvergenz der Kämpfe» ist nicht nur logistischer Natur. Im rechten Teil des politischen Spektrums sieht man darin einen strategischen Fehler, der die feministische Botschaft verwässert. Estelle Grossmann-Tanari, Vizepräsidentin der FDP Genf, die diesem Kampf verbunden ist, äusserte gegenüber RTS die Befürchtung, dass das feministische Kollektiv in der Anti-G7-Masse unterzugehen droht.

«Ich lehne es ab, dass diese Sache als Vehikel für andere Forderungen dient, die die Sache der Frau diskreditieren könnten», sagte Grossmann-Tanari. «Wenn zu viele Botschaften zusammenkommen, wie bei dieser Demonstration, verliert man die Hauptbotschaft aus den Augen.»

Um ihr Anliegen trotzdem sichtbar zu machen, hat die Unia beim Kanton die Bewilligung beantragt, am 14. Juni in einem Genfer Park einen Stand aufzustellen. Dort soll ein Diskussionsraum geschaffen werden, der sich auf die «anderen» Anliegen des Tages konzentriert: die Ergebnisse der Abstimmung über die 10-Millionen-Schweiz, das Gesetz über die Ladenöffnungszeiten und feministische Themen.

Diskutieren Sie mit:

RTS, Forum, 1.6.2026, 18:08 Uhr;liea

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