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Nach Kritik an Trump-Aussage Guy Parmelin: «Ich habe die Wahrheit gesagt»

Hat Guy Parmelin Donald Trump zu sehr geschmeichelt? Diese Kritik kam nach seinem Treffen mit dem US-Präsidenten am WEF auf. Jetzt hat sich der Bundespräsident in einem Interview erklärt.

Nach einem Treffen von Bundespräsident Guy Parmelin mit Donald Trump am diesjährigen WEF in Davos gab es eine Kontroverse. Parmelin sagte damals vor laufenden Kameras zum US-Präsidenten: «Davos wäre ohne Sie nicht wirklich Davos.»

Diese offensichtliche Schmeichelei löste Kritik aus, weil sich Trump seinerseits nur wenige Minuten zuvor in einer Rede abfällig gegenüber Parmelins Bundesratskollegin Karin Keller-Sutter geäussert hatte.

Im Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) verteidigte Bundespräsident Guy Parmelin nun sein Treffen mit Trump in Davos, ebenso wie die Handelsstrategie der Schweiz gegenüber den Vereinigten Staaten.

«Ich habe die Wahrheit gesagt», sagte Parmelin. «Bereits in Davos 2020 war es ein Medienzirkus. Die Journalisten rauften sich darum, in den Saal zu kommen», um den amerikanischen Präsidenten zu sehen. Das sei eine «formale Beschreibung» der Realität, keine Schmeichelei.

Parmelin im Interview (dt. Untertitel):

Das Gespräch mit Trump habe rund zwanzig Minuten gedauert. «Er hat zugehört, er hat auch Fragen gestellt», so Parmelin weiter. Trump habe zudem seinen Handelsbeauftragten gebeten, einige von Parmelins Aussagen zu überprüfen.

«Einer unserer wichtigsten Partner»

Er habe mehr Kontakte auf Ministerebene, so Parmelin. «Aber das hier war die Gelegenheit, den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu treffen, die, daran sei erinnert, einer unserer wichtigsten Partner sind.»

Nachdem das Oberste Gericht in den USA die meisten der Zölle, die Trump verhängt hat, für nicht rechtens erklärt hat, kamen Stimmen auf, die die Sinnhaftigkeit eines Abkommens mit den Vereinigten Staaten in Frage stellen. Parmelin verteidigt hingegen die Fortsetzung der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.

«Ich warte immer noch auf eine glaubwürdige Alternative zur Fortsetzung der Gespräche», sagte er. Der Bundesrat mache «Realpolitik». Parmelin unterstreicht im Interview zudem, dass «alle Länder versuchen, mit den Vereinigten Staaten zu verhandeln».

«Wir sind ein kleiner Markt von neun Millionen Menschen», sagte Parmelin weiter. «Es ist die Rolle der Regierung, pragmatisch zu sein und Lösungen für das ganze Land zu suchen.»

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SRF4News, 24.2.2016, 18 Uhr;liea ; 

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