Bei der Lancierung des neusten Swatch-Modells Royal Pop ist es mancherorts zu Ausschreitungen gekommen. Nun hat sich Swatch-Chef Nick Hayek zu den Problemen geäussert: Er sieht darin eine Begeisterung, die «positiv für die gesamte Schweizer Uhrenindustrie» sei.
Nick Hayek im Interview:
In einer Mitteilung schrieb der Schweizer Uhrenkonzern am Montag, es sei am Tag der Lancierung zu Problemen in etwa 20 der 220 Swatch-Geschäfte weltweit gekommen, in denen die «Royal Pop» lanciert wurde. Die Warteschlangen seien extrem lang gewesen und die Vorkehrungen gewisser Einkaufszentren hätten nicht ausgereicht, um den Ansturm zu bewältigen.
«Alle wollen sie haben und das ist positiv für uns, für die gesamte Schweizer Uhrenindustrie, also seien wir froh!», so Hayek im Interview mit dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Zu den Eskalationen sagt er: «Wann gab es das letzte Mal ein Schweizer Produkt, um das sich die Leute geschlagen haben? Ich kann mich nicht erinnern.»
Es wäre ihm lieber, wenn es nicht zu solchen Szenen gekommen wäre, sagt Hayek weiter. Swatch tue alles, um den Verkauf friedlich zu organisieren. Zudem werde niemand bevorzugt: «Wenn die Geschäftsleitung, ich oder der Verwaltungsrat diese Uhr haben wollen, müssen wir uns anstellen.»
Die «Royal Pop» ist eine Taschenuhr, die Swatch in Zusammenarbeit mit dem Luxus-Uhrenhersteller Audemars Piguet designt hat. Vor der Lancierung am Samstag hatten sich lange Warteschlangen vor den Swatch-Boutiquen gebildet, manchmal über mehrere Tage. In einigen Städten artete der Andrang ins Chaos aus, was zu Polizeieinsätzen und zur Schliessung gewisser Geschäfte führte.
In Paris löste die Polizei eine Ansammlung von rund 300 Personen vor einem Swatch-Geschäft in einem Einkaufszentrum mit Tränengas auf.
In Lille, im Norden Frankreichs, gaben mindestens vier Personen an, dass sie in der Warteschlange mit Faustschlägen traktiert wurden und deshalb Anzeige erstatten wollen.
Eine Schlägerei brach auch vor einer Boutique in Mailand aus. Zu Menschenaufläufen kam es unter anderem in Thailand und in den USA. In Chicago musste ein Swatch-Geschäft geschlossen werden.
Bereits in der Vergangenheit hatte Swatch auf Kooperationen mit Herstellern von Luxusuhren gesetzt, 2022 mit Omega und 2023 und mit Blancpain, beides Marken, die zum Swatch-Konzern gehören.