Der G7-Gipfel in Évian findet vom 15. bis 17. Juni in unmittelbarer Nähe zur Schweiz statt – nur etwa 40 Kilometer liegt die französische Stadt von Genf entfernt.
Entsprechend sind die Auswirkungen auch hierzulande spürbar: verstärkte Grenzkontrollen, ein grosser Sicherheitsaufwand und Diskussionen mit Frankreich über die Finanzierung der Sicherheitsmassnahmen.
Für die «dialog»-Community ist der Fall klar: Frankreich muss sich an den Schweizer Sicherheitskosten beteiligen, wenn nicht sogar alle übernehmen. Das sagen 84 Prozent in einer nicht repräsentativen Umfrage.
«Die G7-Staaten sollen den Rest der Welt mit ihren Sicherheitsproblemen verschonen», schreibt beispielsweise der User «Franz Rickinger». Dem stimmt «François Delafontaine» zu: «Der G7-Gipfel ist keine Dorfchilbi. Als Verantwortliche der Veranstaltung haben sie auch durchaus die Mittel, die Kosten zu kompensieren.»
Mein Leben wird stillstehen und ich werde nicht entschädigt werden. Grosse Wut!
Die G7-Staaten müssten gar noch weiter gehen, als nur für die unmittelbaren Kosten aufzukommen, findet «Eric Wittwer»: «Wir könnten auch Entschädigungen für die wirtschaftlichen Verluste fordern, die Geschäfte, Industrie und Transportunternehmen erleiden werden, die wegen der Sperrung der Autobahn zwischen Meyrin und Bardonnex zu kämpfen haben werden», schreibt er. «Die Umwege und Staus, die dadurch entstehen, werden erhebliche zusätzliche Kosten verursachen.»
Die Userin mit dem Pseudonym «Grain D’Sel» schreibt, sie sei direkt betroffen: «Wir müssen grosse Einschränkungen im Leben und finanzielle Belastungen hinnehmen wegen eines Nachbarn, der von unserer Infrastruktur profitiert, angefangen beim Flughafen und der Autobahn. Warum sollen wir das akzeptieren?», fragt sie. «Was mich betrifft, wird mein Leben stillstehen und nicht entschädigt werden. Grosse Wut!»
So zeigen sich deshalb auch viele Debattierende enttäuscht darüber, dass der Bundesrat bereits im April entschieden hat, sich an den Sicherheitskosten der drei betroffenen Kantone Genf, Waadt und Wallis zu beteiligen. «Die Schweiz ist nicht einmal Teil der G7», schreibt «Pierre Grossmann». «Warum sollen wir Steuerzahler mit unseren Steuern Kosten bezahlen, die wir weder verlangt noch verursacht haben? Das ist ein Skandal.»
Enttäuscht stimmt ihm die Userin mit dem Pseudonym «Débatteur Autonome» zu: «Wieder macht sich die Schweiz klein. Traurige Feststellung, die viel zu oft anzutreffen ist.»
Die Schweiz kann nicht das Beste aus allen Welten haben. Wir profitieren sehr von unserer geografischen Lage.
Dem widerspricht «Discoureur Paisible»: «Die Schweiz kann nicht das Beste aus allen Welten haben. Wir profitieren sehr von unserer geografischen Lage und wir können nicht die Spielregeln ändern wollen, wenn es einen Nachteil gibt», schreibt er. «Ja, es ist ärgerlich, aber das gehört zum Spiel.»
Zumal «in Genf wesentlich mehr heikle politische Treffen stattfinden als sonst wo in der Grenzregion zu Frankreich», ergänzt «Diplomatischer Widersprecher»: «Wir schauen auf unserem Territorium und Frankreich auf ihrem zum Rechten und tragen die Kosten, wie wir uns auch im Grenzgebiet gegenseitig unterstützen ohne Rechnung zu stellen – Nachbarschaftshilfe!»
Das sieht auch «Orateur Romanesque» so: «Wir bitten auch kein fremdes Land, uns die Kosten für den Schutz einer internationalen Veranstaltung in der Schweiz zu erstatten. Das gehört zum Preis, den man zahlen muss, um einen Rechtsstaat zu garantieren.»