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Ungesunde Aktionen Für wenig Geld gibts Fett, Zucker und Salz – aber kaum Obst

Eine Auswertung zeigt: Detailhändler geben überwiegend Süsses und Snacks in Aktion. Eine Expertin kritisiert.

Schweizer Detailhändler bieten in ihren Aktionen vor allem ungesunde Lebensmittel wie verarbeitete Produkte und Süssigkeiten an. Das zeigt eine Auswertung des Westschweizer Radio und Fernsehens (RTS).

Innenansicht eines Supermarkts mit roten Aktionsschildern und einer Person, die Regale betrachtet.
Legende: «Langfristig kann dies das Risiko für Übergewicht, Diabetes oder Fettleibigkeit erhöhen», sagt die Ernährungsberaterin zu den Aktionen der Detailhändler. KEYSTONE/Gaetan Bally

Obst und Gemüse machen nur einen kleinen Teil der Aktionen aus, mehr als die Hälfte sind Produkte, die laut Fachleuten nur mit Mass konsumiert werden sollten.

Bereits im November 2025 hatte RTS die Aktionen der Schweizer Detailhändler untersucht. Das Resultat: Vor allem verarbeitete Produkte mit sehr hohen Zucker-, Fett- oder Salzgehalten wurden vorübergehend vergünstigt angeboten. Die Unternehmen begründeten das mit der anstehenden Weihnachtszeit: Im Juni wäre mehr Obst und Gemüse in den Aktionen gefunden worden, so etwa die Migros damals.

Darum hat RTS die Übung jetzt im Juni wiederholt und die Aktionsangebote bei Coop, Migros, Lidl, Denner und Aldi unter die Lupe genommen, insgesamt 415 Produkte. Ergebnis: 13 Prozent Obst und Gemüse, 57 Prozent Süssigkeiten, Snacks, verarbeitete und hochverarbeitete Produkte.

In der Vorweihnachtszeit gab es sechsmal mehr Aktionen für Produkte, die mit Mass konsumiert werden sollten, als für Obst und Gemüse. Jetzt im Juni liegt das Verhältnis bei eins zu vier – eine leichte Verbesserung, aber immer noch ein ausgeprägtes Ungleichgewicht.

Das lenke die Ernährungsgewohnheiten der Konsumentinnen in eine Richtung, die für die Gesundheit ungünstiger sei, sagt die Ernährungsberaterin Daniela Goncalves vom Westschweizer Gesundheitszentrum Unisanté. Das gelte vor allem für Menschen, die aufs Budget achten müssen: «Langfristig kann dies das Risiko für chronische Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes oder Fettleibigkeit erhöhen.»

Die Ernährungsberaterin über die gesellschaftlichen Auswirkungen

Sie fordert: Das Lebensmittelmarketing und insbesondere Supermarkt-Aktionen müssten in der Schweiz umfassender geregelt werden, so wie das seit Kurzem in Grossbritannien der Fall sei.

Das sagen Migros, Coop und Co.

Die Detailhändler rechtfertigen ihre Praxis: Für Migros bestätigt die Tatsache, dass im Juni etwas mehr Obst in Aktionen war als im November, die These von den saisonalen Schwankungen.

Coop sagt, die Untersuchung von RTS sei nicht repräsentativ. Die Aktionen seien zudem an die Bedürfnisse der Kundschaft angepasst.

Der Discounter Aldi versichert, man sei sich der Verantwortung für die Gesundheit der Kundschaft bewusst. Die Produkte würden laufend nach ernährungswissenschaftlichen Kriterien kontrolliert und optimiert, insbesondere was den Zuckergehalt angehe.

Laut Denner eignen sich Obst und Gemüse weniger für Aktionen, weil die Preise von Woche zu Woche schwanken können. Aktionen müssten oft mehrere Monate im Voraus geplant und bestellt werden. Man bewerbe daher die am meisten nachgefragten Produkte mit langer Haltbarkeit, die in grösseren Mengen eingekauft werden können.

Lidl schliesslich schreibt, dass Aktionsprodukte vor allem dazu dienen sollten, Vorräte anzulegen, also Produkte, die sich gut aufbewahren lassen. Obst und Gemüse würden zudem bereits regulär zu erschwinglichen Preisen angeboten.

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RTS, On en parle, 24.06.2026, 8:35 Uhr; noes

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