Für die Entwicklung und Einführung der Datenbank digiFLUX ist das Jahr 2026 entscheidend. Nachdem letztes Jahr mit wenigen Nutzern getestet wurde, ist die Plattform jetzt eingeführt, die Benutzung aber noch freiwillig. Im nächsten Jahr wird sie für alle obligatorisch, die professionell mit Pflanzenschutzmitteln arbeiten, für Landwirte aber auch für den Handel.
Während der Testphase prüft die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) das neue System. Die EFK kommt zum Schluss, dass die Datenbank Mängel aufweist und kritisiert deshalb die Applikation als fehlerhaft.
Mängel können zu Frustration führen
Walter Risler von der Finanzkontrolle sagt, dass die fehlerhafte Applikation zu Frustration führe. «Die (Nutzer) haben das Gefühl, jetzt wurde da etwas entwickelt und das funktioniert nicht. Ich habe gar keine Lust, das weiter anzuwenden», führt Risler aus.
Für uns fehlten die konkreten Angaben, welche Daten und in welchem Detaillierungsgrad zukünftig erhoben werden.
Es fehlten beispielsweise Anleitungen und der Support, um die Nutzerinnen und Nutzer zu unterstützen. Schwerwiegender ist die Kritik an der Projektführung. Es gebe Mängel in der Planung und der Überwachung sowie am zu wenig klar definierten Nutzen von digiFLUX, sagt Risler.
«Für uns fehlten die konkreten Angaben, welche Daten und in welchem Detaillierungsgrad diese zukünftig erhoben werden», erklärt Risler. Weiter würde auch eine klare Aussage fehlen, zu welchem Zweck die Daten erhoben werden und von welchen Akteuren diese in Zukunft verwendet werden dürfen.
Kritik wird akzeptiert
Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat die Datenbank entwickelt. Beim BLW akzeptiert man die Kritikpunkte. Zum Zeitpunkt der Kontrolle hätten tatsächlich noch zahlreiche Dokumente gefehlt, sagt BLW-Vizedirektor Bernard Belk. Diese Lücke sei jetzt aber geschlossen. Der Zweck der Datenbank sei allerdings immer klar gewesen.
Das muss ein Landwirt bereits machen im Rahmen der Direktzahlungen.
Das Parlament habe, so Belk, 2021 beschlossen, zusätzliche Transparenz zu schaffen für die Nutzung der Lieferung von Pflanzenschutzmitteln, Kraftfutter und Dünger. Sodass man wisse, wie viel die Landwirtschaft eigentlich brauche und wie sie genutzt werde. «Das ist das Ziel von digiFLUX», betont Belk.
Bürokratisches System
Kritik übt aber nicht nur die Eidgenössische Finanzkontrolle. DigiFLUX steht auch politisch im Gegenwind, denn Landwirtschaftskreise kritisieren das System als bürokratisch. Ein Vorwurf, den BLW-Vize Bernard Belk nicht versteht.
«Es ist wichtig zu sagen, dass mit digiFLUX erhobenen Daten nicht neue Daten sind. Das muss ein Landwirt bereits machen im Rahmen der Direktzahlungen», erklärt Belk. Neu würden die Daten aber digital erhoben. Das soll, so der Vizedirektor des Bundesamtes für Landwirtschaft, die Arbeit der Landwirte in Zukunft sogar vereinfachen.