Künstliche Intelligenz und Privatjets haben auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun. Doch in den USA zeigt sich derzeit: Die Börsengänge von SpaceX und anderer Unternehmen haben einen Luxusboom ausgelöst.
Besonders deutlich wird dieser Boom bei Privatjets. Seit dem Börsengang von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX, zu dem auch das KI-Unternehmen xAI gehört, ist die Nachfrage deutlich gestiegen. Allein dadurch sollen rund 4000 neue Millionärinnen und Millionäre entstanden sein.
«Die Nachfrage nach Privatjets und entsprechenden Mitgliedschaften hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich angezogen», sagt Börsenkorrespondent Jens Korte. Viele Neueinsteigerinnen und -einsteiger kaufen nicht sofort ein eigenes Flugzeug. Sie erwerben zunächst eine Privatjet-Mitgliedschaft oder beteiligen sich an einem Privatjet.
Neu ist das Phänomen nicht: Bereits vor dem Platzen der Dotcomblase um die Jahrtausendwende sei das Geschäft mit Privatjets um rund 24 Prozent gewachsen, erklärt Korte. Besonders wichtig sei dabei der US-Markt. Die Vereinigten Staaten seien weltweit der grösste Markt für Privatflugzeuge.
«Hysterie» auf dem Immobilienmarkt in San Francisco
Der neue Reichtum zeigt sich auch auf dem Immobilienmarkt. Besonders stark ist der Effekt in San Francisco: Die Stadt gilt als Tor zum Silicon Valley und ist Sitz zahlreicher Tech- und KI-Unternehmen, darunter OpenAI und Anthropic. Mieten und Hauspreise ziehen stark an. Teilweise sollen Verkäuferinnen und Verkäufer nicht nur Geld, sondern auch Firmenanteile verlangen, sagt der Börsenkorrespondent.
«Auf dem Immobilienmarkt herrscht bereits vor den erwarteten Börsengängen von OpenAI und Anthropic eine regelrechte Hysterie», sagt Korte. Selbst gutverdienende IT-Fachkräfte mit Jahreseinkommen von 180’000 oder 190’000 Dollar könnten sich das Leben in der Stadt teilweise kaum noch leisten. Die durchschnittlichen Mieten hätten inzwischen sogar jene in New York übertroffen.
«Silly things»: Feuerwehrauto für den Dreijährigen
Neben Immobilien und Privatjets stehen laut Korte auch Autos und Luxusuhren hoch im Kurs bei den neuen Millionären. Kleidung spiele dagegen eine geringere Rolle: Im Silicon Valley bleibe man gerne bei Jeans und T-Shirt.
Daneben gibt es kuriose Beispiele. Die Neureichen sagten zum Teil, sie würden jetzt «silly things» kaufen, also alberne Dinge, die man eigentlich nicht braucht. Ein SpaceX-Mitarbeiter soll sich ein eigenes Volleyballteam geleistet haben. Ein anderer seinem dreijährigen Sohn ein echtes Feuerwehrauto.