Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

1. SRG-Umfrage auf einen Blick SRG-Initiative im Patt – klare Mehrheiten bei anderen Vorlagen

Wäre bereits Mitte Januar abgestimmt worden, wäre der Ausgang bei der SRG-Initiative völlig offen gewesen. Klare Mehrheiten zeichnen sich bei Individualbesteuerung, Klimafonds- und Bargeld-Initiative ab.

Am 8. März entscheidet das Stimmvolk über vier Vorlagen. Zum einen steht die SRG-Initiative auf dem Stimmzettel: Diese will die Medienabgabe auf 200 Franken reduzieren und die Unternehmen gänzlich von der Abgabe befreien. Dann geht es auch um das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung: Mit dem Gesetz sollen auch Verheiratete individuell besteuert werden. 

Weiter geht es um die Klimafonds-Initiative: Diese verlangt ein stärkeres Engagement des Bundes für die Bekämpfung des Klimawandels. Zuletzt entscheidet das Stimmvolk über die Bargeld-Initiative und einen direkten Gegenvorschlag: Die Vorlage will die Verfügbarkeit des Bargeldes und den Franken als Schweizer Währung neu in der Verfassung verankern. Der Gegenentwurf des Bundesrates und des Parlamentes beruht auf den Formulierungen der bestehenden Gesetze.

Pattsituation bei der SRG-Initiative

Wäre am 18. Januar abgestimmt worden, würde sich eine knappe Mehrheit von 52 Prozent gegen die SRG-Initiative aussprechen. Wenn man den Stichprobenfehler berücksichtigt, ist der Ausgang der Vorlage jedoch völlig offen. Parteipolitisch folgt das Konfliktmuster einer ausgeprägten Links-Rechts-Spaltung. Erstaunlich ist, dass die Jungen der Initiative kritischer gegenüberstehen als die ältere Generation. Bei den Befürwortern und Gegnern geht es nun darum, welches Lager mehr Leute an die Urne bringt.

Breite Zustimmung bei der Individualbesteuerung

64 Prozent hätten Mitte Januar dem Bundesgesetz über die Individualbesteuerung zugestimmt, wie die erste SRG-Umfrage zeigt. Verantwortlich dafür ist laut dem Forschungsinstitut GFS Bern das frühe Meinungsbild. Hinsichtlich des Abstimmungsausgangs ist die Stimmung zudem deutlich zugunsten der Vorlage: Mehr als drei Viertel der Stimmenden gehen von einer Annahme aus. Dabei fällt auf, dass sich Frauen besonders klar für die Individualbesteuerung aussprechen. Am ehesten kritisch positionieren sich Teile des rechtsbürgerlichen Lagers. Zwar spricht sich auch die SVP-Basis knapp für die Vorlage aus, gleichzeitig ist hier der Widerstand am stärksten ausgeprägt.

Klimafonds-Initiative fällt den aktuellen Themen zum Opfer

Eine satte Mehrheit von 60 Prozent stimmt fünf Wochen vor dem Abstimmungssonntag vom 8. März gegen die Vorlage. Der Vorsprung der Gegnerschaft beträgt 25 Prozentpunkte und es scheint, dass dieser Rückstand für die Initianten nicht einholbar ist. Grund dafür ortet GFS Bern in den gesellschaftlichen Themenschwerpunkten. Die Sorgen um die Bundesfinanzen und die Sicherheit verdrängen die Klimafonds-Initiative vom Themenparkett. Markant ist auch der Unterschied bei den Generationen: Ältere Menschen lehnen die Vorlage deutlicher ab als junge.

Bei der Bargeld-Initiative ist die Stichfrage entscheidend

2010 wurde das Stimmvolk letztmals auf eidgenössischer Ebene zu einer Stichfrage aufgefordert. Nun ist es wieder einmal so weit. Bundesrat und Parlament haben der Bargeld-Initiative einen direkten Gegenvorschlag gegenübergestellt. GFS Bern stellt eine komfortable Ja-Mehrheit von 65 (Initiative) respektive 67 Prozent (Gegenentwurf) bei beiden Vorlagen fest. Somit entscheidet sich dies in der Stichfrage und hier ist eine Präferenz 43 Prozent für den Gegenentwurf auszumachen.

Die Eckwerte der SRG-Umfrage

Box aufklappen Box zuklappen

Die Umfrage zu den Abstimmungen vom 8. März ist im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut GFS Bern zwischen dem 12. und dem 26. Januar 2026 durchgeführt worden. Insgesamt wurden die Antworten von 15'371 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt.

Der statistische Fehler beträgt ± 2.8 Prozentpunkte. Das heisst: Bei einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.2 und 52.8 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Telefonische Befragung

Telefonisch befragt wurden 502 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt. Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten.

Online-Befragung

Zusätzlich konnten online bereinigte Angaben von 14'367 Personen und via Social Media 502 Personen verwendet werden. Die Teilnehmenden wurden dazu unter anderem über die Webportale der SRG rekrutiert.

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selber rekrutieren (sogenanntes Opt-in-Verfahren), ist die Zusammensetzung der Stichprobe nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit. So nehmen zum Beispiel typischerweise mehr Männer als Frauen an politischen Umfragen teil. Diese Daten werden aber mittels Gewichtungen an die realen Verhältnisse der Stimmberechtigten angenähert. Es werden dabei räumliche (Wohnort), soziodemografische (Alter oder Geschlecht) und politische Gewichtungsfaktoren eingesetzt. Durch diese Gewichtung wird die Repräsentativität der Stichprobe optimiert. Ziel ist, auch die Stichprobengrösse in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz zu erhöhen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite von GFS Bern.

Abstimmungsdossier

Box aufklappen Box zuklappen
Grafik
Legende: SRF

News und Hintergründe zu den eidgenössischen Abstimmungen vom 8. März 2026.

SRF 4 News, 30.01.2026, 06:00 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel