Am 14. Juni 2026 stimmt die Bevölkerung über zwei eidgenössische Vorlagen ab: Zum einen geht es um die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» der SVP, und zum anderen muss sich das Stimmvolk zum Zivildienstgesetz äussern.
Vom Patt zum Nein-Trend bei der «Keine 10-Mio-Schweiz»
Das Forschungsinstitut GFS Bern stellt bei der zweiten SRG-Umfrage einen deutlichen Rückgang der Ja-Seite zur Initiative «Keine 10-Mio-Schweiz» fest. Damit hat sich die Pattsituation zuungunsten der Initianten verschoben. Derzeit würden 52 Prozent der Stimmberechtigten die Vorlage bestimmt oder eher ablehnen, während 45 Prozent bestimmt oder eher zustimmen. Diametral dazu stehen aber die Erwartungen der Befragten: Bei der ersten SRG-Umfrage rechneten im Mittel noch 49 Prozent mit einer Annahme, Ende Mai sind es 55 Prozent.
Die Konfliktlinien verlaufen weiterhin entlang der politischen Einstellung. Die Zustimmung ist im Umfeld der SVP nach wie vor nahezu geschlossen, während die Initiative im Umfeld der Grünen, SP und GLP klar abgelehnt wird. Bei Wählerinnen und Wählern der Mitte und der FDP nahm die Zustimmung ab. Allerdings betont Politikwissenschaftler Lukas Golder, dass die Erhebung noch vor dem Messerangriff von Winterthur erfolgt ist.
Ausgeglichene Lage beim Zivildienstgesetz – mit Nein-Dynamik
Nägelkauen ist bei Befürwortern und Gegnern des Zivildienstgesetzes angesagt. Wäre am 23. Mai bereits abgestimmt worden, käme es unter Berücksichtigung des Stichprobenfehlers zu einer Pattsituation mit 46 Prozent Nein- und 48 Prozent Ja-Anteilen. Hinsichtlich des Abstimmungsausgangs haben sich die Erwartungen, dass die Vorlage angenommen wird, verfestigt.
Die Pattsituation zeigt sich unter anderem entlang der Parteibindung. Die Grünen und die SP lehnen die Vorlage noch deutlicher ab als bei der ersten Erhebung. Auf der bürgerlichen Seite bleibt die Zustimmung bei FDP und SVP hoch. Der Nein-Trend erweist sich jedoch als breit. Dies zeigt sich in allen untersuchten Konfliktmustern. Die Zustimmung zum Gesetz nimmt somit ab. So legen auch die Kontra-Argumente leicht zu. Am meisten Zustimmung erhält die Kritik, wonach die Abschreckung vom Zivildienst der Gesellschaft schaden würde.