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Abstimmungen 14. Juni Das war der Abstimmungssonntag – ein Überblick

Die eidgenössischen Vorlagen – insbesondere die Initiative «Keine 10-Mio-Schweiz» – haben überdurchschnittlich mobilisiert.

Darum geht es: Das Stimmvolk entschied über zwei eidgenössische Vorlagen – die Volksinitiative gegen eine 10-Millionen-Schweiz und über die Änderung des Zivildienstgesetzes. Die SVP-Initiative wird mit 54.8 Prozent abgelehnt, das Zivildienstgesetz mit 52.5 Prozent angenommen. In 16 Kantonen standen zudem kantonale Abstimmungen an.

Emotionen am Abstimmungssonntag

Sehr hohe Stimmbeteiligung: Die zwei eidgenössischen Abstimmungsvorlagen – insbesondere die SVP-Initiative gegen eine 10-Millionen-Schweiz – haben überdurchschnittlich mobilisiert. Zwischen 58 und 59 Prozent der Berechtigten gaben am Wochenende ihre Stimme ab. Das ist Zahlen des Bundes zu entnehmen. Lukas Golder, Politologe bei GFS Bern, sprach von einer der höchsten Beteiligungen in den vergangenen zehn Jahren. Die Initiative habe für den «High Noon» der Legislatur gesorgt. Die Stimmbeteiligung in den Kantonen lag zwischen fünfzig und weit über sechzig Prozent. Golder sprach von einer «Supermobilisierung». Sowohl auf dem Land als auch in städtischen Gebieten habe die Initiative die Menschen an die Urnen gelockt.

Der Stadt-Land-Graben: Die Frage, ob die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner in der Schweiz gedeckelt werden sollte oder nicht, öffnete einen Stadt-Land-Graben. Ländliche Kantone in der Deutschschweiz legten ein Ja zur SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» ein. Zum Beispiel taten dies beide Appenzell, Schwyz und Glarus. Den höchsten Ja-Anteil unter den Kantonen hat Appenzell Innerrhoden mit rund 66 Prozent Zustimmung. In Schwyz stimmten 63 Prozent der Initiative zu. Im Ja-Lager befinden sich aber auch die Kantone Aargau und Solothurn mit je 51 Prozent Ja-Stimmen. Ähnlich hoch war die Zustimmung im Tessin. Aber auch der Rösti-Graben ist deutlich zu erkennen: Alle Westschweizer Kantone sagen Nein zur Initiative «Keine 10-Mio-Schweiz».

Das sagt der Bundesrat: Justizminister Beat Jans wertete das Nein zur Volksinitiative gegen eine 10-Millionen-Schweiz als ein «Zeichen für Stabilität, Offenheit und Verlässlichkeit». Die Bevölkerung habe deutlich gemacht, dass sie den bilateralen Weg mit Europa weitergehen wolle. Die Mehrheit sei für eine vernetzte Schweiz, und sie wolle in Zeiten von geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit auf Stabilität setzen, sagte Jans weiter. Das Nein sei zudem ein Bekenntnis zur humanitären Tradition der Schweiz.

Der Zivildienst soll die Ausnahme bleiben.
Autor: Guy Parmelin Bundespräsident

Laut Bundespräsident und Wirtschaftsminister Guy Parmelin ist die Änderung des Zivildienstgesetzes «ein Korrektiv» für die zunehmenden Wechsel von der Armee in den Zivildienst. «Der Zivildienst soll die Ausnahme bleiben bei Gewissenskonflikten», sagte er am Sonntagabend in Bern vor den Medien. Es gehe aber keinesfalls darum, den Zivildienst zu schwächen oder gar abzuschaffen. Der Bundesrat werde voraussichtlich Mitte 2027 über das Datum des Inkraftsetzens der Vorlage entscheiden.

Die kantonale Wahlen: Im Kanton Graubünden wird die SVP stärkste Kraft im Parlament, die SVP kehrt nach 18 Jahren zudem in die Bündner Regierung zurück. Im Landrat von Glarus gewinnt die SVP sechs Sitze, und im Kanton Basel-Landschaft ist die SVP wieder zurück in der Regierung.

Von Aargau bis Zürich: die kantonalen Abstimmungen vom 14.6.2026

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  • Aargau: Die Aargauerinnen und Aargauer haben Grünes Licht für das bislang teuerste Verkehrsprojekt der Kantonsgeschichte gegeben. Sie sprachen mehr als 384 Millionen Franken für die Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung im Raum Suhr. Eine Volksinitiative für Bildungsqualität, welche das Vorhandensein von genügend qualifizierten Lehrpersonen und Schulleitungen sicherstellen wollte, wurde derweil abgelehnt.
  • Basel-Landschaft: Die Baselbieter halten am De-facto-Verbot von neuen fossilen Heizungen fest. Sie haben eine Initiative des Hauseigentümerverbands abgelehnt, die es rückgängig machen wollte. Die neue Ortsdurchfahrt in Birsfelden BL mit neuem Ortszentrum kann zudem gebaut werden. Zudem wurde die Initiative «Zämme in Europa» angenommen.
  • Basel-Stadt: Eine Schweizer Premiere gab es in Basel-Stadt. Wer im Kanton arbeitet und wohnt, kann sich die Steuern künftig direkt vom Lohn abziehen lassen. Zudem kann der Kanton weiterfahren mit dem Projekt einer Bahn-Durchmesserlinie. Die Baslerinnen und Basler stimmten zudem einem Gegenvorschlag zur Stadttauben-Initiative – ein Pilotprojekt mit Massnahmen zur Regulierung der Stadttauben-Population – zu. Deutlich abgelehnt wurde die Klybeckinsel-Initiative.
  • Bern: Das Stimmvolk hat einen Kredit für die Sanierung und Erweiterung des Kunstmuseums Bern in Höhe von fast 16 Millionen Franken abgelehnt. Die Planung beginnt nun von Neuem.
  • Genf: Im Kanton dürfen Geschäfte künftig an zwei Sonntagen im Jahr öffnen, auch wenn in diesem Sektor kein allgemeinverbindlicher Gesamtarbeitsvertrag in Kraft ist. Religiöse Symbole in politischen Institutionen sind zudem künftig verboten. Das Verbot betrifft alle Symbole (Kopftuch, Kippa oder Kreuz).
  • Luzern: Das Kantonsgericht Luzern erhält einen neuen und geräumigeren Standort. Die Stimmberechtigten haben dem Kauf des früheren Gebäudes der Ausgleichskasse in der Stadt Luzern zugestimmt.
  • Neuenburg: Im Kanton Neuenburg soll die Teilhabe, Autonomie und Lebensqualität älterer Menschen gefördert werden. Die Stimmberechtigten des Kantons haben einem neuen Verfassungsartikel zu den Rechten von Seniorinnen und Senioren mit einem Ja-Stimmenanteil von 82.6 Prozent deutlich zugestimmt.
  • Nidwalden: Das Nidwaldner Stimmvolk spricht sich für die neue Dreifachsporthalle am Kollegium St. Fidelis in Stans aus. Zudem nimmt es die Senkung der Steuersätze für die höchsten Einkommen im Kanton von 2.75 auf 2.59 Prozent an und ist damit der Version des Landrats gefolgt.
  • Schaffhausen: Die Stimmbevölkerung hat den Weg für das künftig grösste Hallensportzentrum der Schweiz geebnet und für Schweizersbild einen Unterstützungsbeitrag von knapp über sechs Millionen Franken gutgeheissen.
  • Schwyz: Das Stimmvolk hat die Volksinitiative «Kaufkraft stärken – Prämienverbilligung auch für den Mittelstand» der SP abgelehnt. Damit wird der Mittelstand nicht mit höheren Prämienverbilligungen finanziell entlastet.
  • Solothurn: Frischgebackene Mütter können sich im Solothurner Kantonsrat künftig drei bis zwölf Monate lang vertreten lassen. Das Volk hat zwei Vorlagen dazu angenommen.
  • St. Gallen: Mit der Zustimmung der Stimmbevölkerung zum Kita-Gesetz kann im Kanton St. Gallen die Förderung der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung vereinheitlicht werden.
  • Tessin: Im Tessin wird bei künftigen Revisionen der Immobilienschätzungen geprüft, welche Folgen diese haben. Dadurch sollen versteckte Steuererhöhungen verhindert werden. Einer obligatorischen Zahnversicherung gaben die Stimmberechtigten keine Chance.
  • Thurgau: Die Stimmbevölkerung hat sich für höhere Finanzkompetenzen für das Kantonsparlament und den Regierungsrat ausgesprochen. Diese können fortan über doppelt so hohe Ausgaben wie bis anhin eigenständig entscheiden.
  • Waadt: Der Kanton Waadt hat ein nicht eindeutiges Urteil zur Einführung eines Mindestlohns von 23 Franken pro Stunde gefällt. Die Bevölkerung hat zwar zugestimmt, diesen Grundsatz in der Verfassung zu verankern, die dazugehörigen Gesetzesentwürfe wurden jedoch abgelehnt.
  • Zürich: Die Zürcher Stimmberechtigten haben eine klare Richtung beim Thema Wohnen eingeschlagen. Bei den beiden Volksinitiativen aus dem linken Lager folgten sie den Gegenvorschlägen des Kantonsrats. Chancenlos blieb die vom Hauseigentümerverband lancierte und von SVP und EDU unterstützte «Wohneigentums-Initiative». Dafür haben die Zürcherinnen und Zürcher die Volksinitiative «Stopp Prämien-Schock» angenommen. Kantonsratsmitglieder können sich zudem künftig für eine Dauer von drei bis zwölf Monaten vertreten lassen.

Abstimmungsdossier

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Legende: SRF

News und Hintergründe zu den Abstimmungen vom 14. Juni 2026.

Heute Morgen, 15.6.2026, 6 Uhr ; 

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