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Ärztemangel Der Schweiz gehen die Ärzte aus – jetzt gibt es erste Lösungen

Hausärztinnen, Kinderärzte oder Psychiater gibt es zu wenige. Es braucht neue Strategien gegen den Ärztemangel.

Darum geht es: Weiter wie bisher geht nicht, sonst verschärft sich der Mangel an Ärztinnen und Ärzten und wird zu einer Unterversorgung. Bereits heute gibt es zu wenig Hausärztinnen, Kinderärzte, Psychiater oder Gynäkologinnen. Dafür gibt es verschiedene Gründe – etwa: die beschränkte Zahl an Ausbildungsplätzen für zukünftige Medizinerinnen und Mediziner. Oder: Die neue Ärzte-Generation arbeitet eher teilzeitlich in Gruppenpraxen als alleine in 80-Stunden-Wochen.

Das soll sich ändern: Es braucht mehr Ausbildungs- und Weiterbildungsplätze, trotz bisheriger Bemühungen: Im letzten Jahrzehnt hat sich die Anzahl der Abschlüsse fast verdoppelt, auf knapp 1400 im Jahr 2024 (Sonderprogramm Humanmedizin von Bund, Kantonen und Hochschulen). Zudem will der Kanton Zürich zusätzliche Plätze schaffen – von aktuell 430 auf 700 Studienplätze ab 2030. Derzeit laufen Gespräche, um die medizinische Grundversorgung zu stärken. Und: Schweizweit soll die Zulassungsprüfung zum Medizinstudium so verändert werden, damit die Geeignetsten befördert werden.

Wurden die «Falschen» ausgewählt? Wer in der Schweiz Medizin studieren will, muss wegen der begrenzten Ausbildungsplätze die Zulassungsprüfung bestehen, den Numerus Clausus. Doch von Medizinern und Medizinerinnen mit Abschluss 2018 war fünf Jahre später jede siebte oder jeder achte nicht mehr im Beruf. Die FMH schreibt: «Der heutige Eignungstest greift zu kurz. Er prüft die kognitiven Fähigkeiten und trifft keine Aussagen über die später im Beruf wichtigen Fähigkeiten wie Sozialkompetenz und emotionale Intelligenz.» Die Zulassungsprüfung soll nun angepasst werden.

Mit ausländischem Diplom: Weil die Schweiz zu wenig Medizinerinnen und Mediziner selbst ausbildet, hat sie Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Diplom zugelassen. Ihre Anzahl ist deutlich angestiegen auf bis 41 Prozent im Jahr 2024. Das heisst: Fast jeder zweite Arzt, jede zweite Ärztin kommt aus dem Ausland und fehlt dort.

HeuteMorgen, 07.04.2026, 07:00 Uhr

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